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Kolkraben bedrohen frisch geborene Lämmer

Dresden  

Kolkraben bedrohen frisch geborene Lämmer

25.03.2019, 07:57 Uhr | dpa

Kolkraben bedrohen frisch geborene Lämmer. Kolkraben

Zwei Kolkraben (Corvus corax), Singvögel aus der Familie der Rabenvögel (Corvidae), fliegen über ein Feld. Foto: Patrick Pleul/Archiv (Quelle: dpa)

Nicht nur der Wolf bereitet Schäfern in Sachsen Sorgen. Im Frühjahr mehren sich die Angriffe der Kolkraben auf frisch geborene Lämmer. "Die Raben kreisen schon wieder", sagte Schäfer Lothar Lippert aus Striesa (Landkreis Nordsachsen). Von seinen 450 Mutterschafen, die der Schäfer auf den Weiden im Freien hält, haben schon zwei Tiere Lämmer bekommen. "Das ruft die Kolkraben auf den Plan, die gibt es hier massenweise", klagte Lippert. Im vergangenen Frühjahr habe er pro Tag etwa fünf von Raben getötete Lämmer gezählt - damit verlor er ein Drittel der frisch geborenen Jungtiere. Nach der Saison schlug ein Schaden von rund 28 000 Euro zu Buche. "Da bleibe ich drauf sitzen, das ersetzt mir niemand."

Er habe versucht, die Kolkraben mit den bereits getöteten Jungtieren außerhalb des Pferchs zu locken. "Aber die Raben nehmen sich ständig wieder frische Tiere." In der Region gebe es auch zwei Wolfsrudel, dagegen habe er einen Herdenschutzhund. Davon ließen sich die schwarzen Rabenvögel aber nicht abschrecken. Lippert fordert daher, dass die Raben abgeschossen oder zumindest mit Schüssen vergrämt werden dürfen. Gespräche mit Naturschützern seien bisher ergebnislos verlaufen. Es gehe darum, die Anzahl der teils massenhaft auftretenden Tiere zu reduzieren. "Die Kolkraben können die Schäfer bankrott machen, unternommen wird nichts."

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums kommt es vor allem im Frühjahr, wenn die Lämmer geboren werden, zu Angriffen der Rabenvögeln. Zahlen liegen nicht vor. Nach Einschätzung der Behörde sind Kolkraben aber kein flächendeckendes Problem. "Mehr Schäfer wenden sich wegen der Wölfe an uns und fordern Lösungen", so ein Sprecher. Die Rabenvögel stehen unter Naturschutz. Die meisten Schäfer seien in der Ablammzeit bei ihrer Herde und versuchten die aggressiven Rabenvögel etwa durch Hunde zu vertreiben.

Der sächsische Landtagsabgeordnete Andreas Heinz (CDU) hatte seine Wanderschafherde jüngst in der Nähe von Angermünde (Landkreis Uckermark) stehen. Nach mehreren toten Lämmchen durch Kolkraben, mehrten sich die Beschwerden von ortsansässigen Schäfern, berichtete die "Märkische Oderzeitung". Ihm wurde vorgeworfen, die Herde zu vernachlässigen und ohne Hilfe lammen zu lassen - leichte Beute für die Raben. Es habe Verluste gegeben, so eine Sprecherin des Landkreises Uckermark.

"Vernachlässigen nein, Probleme mit Kolkraben ja", sagte Heinz auf Anfrage. Rund 100 Lämmer habe er durch Angriffe der Rabenvögel verloren. Seit vergangener Woche seien die Tiere aber wieder in Thüringen, da die Flächen in Brandenburg abgeweidet seien.

Wer seine Tiere unter freiem Himmel ablammen lässt, muss eigentlich ständig vor Ort sein, um sie zu schützen, so Detlef Rohrmann, Vorsitzender des sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverbands. Die Kolkraben seien nicht nur für Lämmer, sondern auch für Kälbchen ein Problem. Die Rabenvögel hackten ihnen die Augen aus, um sie orientierungslos zu machen und dann zu töten. Rohrmann lässt seine Mutterschafe während der Lammzeit im Stall. "Sicher und geschützt."

550 Lämmer sind bei dem Pirnaer Schäfer seit Januar bereits zur Welt gekommen, rund 600 Muttertiere folgen in den nächsten Wochen. Schäfer, die ihre Herde unter freiem Himmel halten, beginnen wegen der Witterung in der Regel erst Ende April mit dem Ablammen.

Der Kolkrabe als größter Vertreter der Rabenvögel gehört zu den vom Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Arten. Er darf gejagt werden - es gilt aber eine ganzjährige Schonzeit. Der Naturschutzbund Nabu will, dass das auch so bleibt: Eine Bejagung von Rabenvögeln sei aus ökologischen und ethischen Gründen abzulehnen, hieß es.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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