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Nach Sachsen-Derby: Euphorie Dresden und Sorgen in Aue

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Nach Sachsen-Derby: Euphorie Dresden und Sorgen in Aue

02.04.2019, 09:58 Uhr | dpa

Nach Sachsen-Derby: Euphorie Dresden und Sorgen in Aue. Jan Hochscheidt im Zweikampf mit Florian Ballas

Aues Jan Hochscheidt (l.) im Zweikampf mit Dynamos Florian Ballas. Foto: Robert Michael (Quelle: dpa)

Seine Emotionen konnte Justin Löwe kaum in Worte fassen. Der 20-Jährige war am Montagabend der gefeierte Held des Sachsen-Derbys zwischen Dynamo Dresden und dem FC Erzgebirge Aue. "Unbeschreiblich, was da für Emotionen, auch bei mir im Spiel waren. Einfach Wahnsinn, dass das Spiel so zu Ende geht, einfach schön", fasste Dresdens Mittelfeldspieler nach dem 3:1 (0:1) seine Gefühle zusammen.

Sein Tor zum 2:1 war wegweisend für den ersten Dynamo-Sieg im Jahr 2019. Ausgerechnet beim Erzrivalen gelang dem Team von Cristian Fiel der wichtige Befreiungsschlag im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga. "Wenn man vier Monate kein Spiel gewonnen hat und dann wieder in Rückstand gerät, ist das keine so leichte Situation", erklärte Fiel, für den es der erste Sieg als Dynamo-Chefcoach war. "Deswegen war das für die Jungs auch ein wichtiger Moment zu merken, wenn du hart arbeitest, muss der Erfolg irgendwann kommen. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt jedes Spiel gewinnen werden."

Schon am Donnerstag geht es für Dynamos weiter. Dann treten sie zur Nachholpartie bei Greuther Fürth an. Auch die Franken sind ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf. Mit einem Sieg kann ein großer Sprung raus aus dem Tabellenkeller gelingen. Mit derzeit 31 Zählern hat der Tabellen-14. sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang.

Eben jenen Sprung hat der FC Erzgebirge Aue am Montag verpasst. Zwar hat der Tabellen-13. noch komfortable acht Zähler Vorsprung auf Platz 16, doch trügt der Schein. "Noch sind die Teams im Keller nicht so eng zusammen wie in der Vorsaison, aber das kann alles noch passieren. Wir müssen gewarnt sein, dürfen nicht nachlassen", erklärte Aues Kapitän Martin Männel nach der 13. Saisonniederlage. "Damit haben wir uns das, was wir uns mühevoll erarbeitet hatten, wieder selbst mit dem Allerwertesten eingerissen. Wenn wir die Kurve nicht kriegen, kann es für uns noch mal sehr gefährlich werden."

Bereits am Freitag Aue bei Arminia Bielefeld wieder gehörig unter Druck. Vor allem in der Defensive suchen die Erzgebirger derzeit nach Stabilität. Achtmal musste Keeper Männel in den vergangenen beiden Spielen hinter sich greifen. Trainer Daniel Meyer vermisst die notwendige Einstellung seiner Akteure: "Ich weiß auch nicht, ob sich einige Spieler präsentieren müssen, sobald das Flutlicht angeht. Da wird entweder mit dem Schiedsrichter diskutiert oder es werden sich unnötige Gelben Karten abgeholt", ärgerte sich der 39-Jährige und warnte: "Das alles können wir uns nicht leisten, so gut sind wir nämlich nicht. Wir müssen demütig bleiben und uns in den nächsten Spielen einfach alle wieder an den Plan und an die Grundordnung halten. Nur so werden wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt holen."

Genau diese Einstellung hat man in der sächsischen Landeshauptstadt mit dem Trainerwechsel hin zu Fiel wiedergefunden. Derby-Held Löwe stach da am Montag exemplarisch heraus. "Fielo sagte zu mir, das wird mein Tag, ich solle es genießen. Dann habe ich nicht das gemacht, was ich eigentlich auf dem Spielfeld machen sollte. Eigentlich sollte ich etwas anders agieren", gab das 20 Jahre alte Eigengewächs zu.

Denn Löwe sollte nach seiner Einwechslung die Räume vor der Abwehrreihe enger gestalten, agierte aber wesentlich offensiver. Vielleicht war es sogar Ausdruck des neuen Dresdner Selbstbewusstseins. Denn Fiel hat dem Team neues Leben eingehaucht, gibt seinen Spielern das Gefühl gebraucht zu werden. "Das ist nicht einfach daher gesagt, das ist so. Du brauchst über die ganze Saison den ganzen Kader", sagte der 39-jährige Deutsch-Spanier. "Sie trainieren alle gut, weswegen die Aufstellung auch anders hätte aussehen können."

Sieben Änderungen hatte Fiel in Aue in seiner Startformation vorgenommen. Schon gegen Fürth könnten weitere folgen. Ob Löwe dann zu seinem dritten Saison-Einsatz kommt, ist nach seinem ersten Profi-Tor zumindest nicht unwahrscheinlicher geworden. Ohnehin muss sich das Eigengewächs für einen neuen Vertrag empfehlen. Sein Kontrakt läuft zum Saisonende aus.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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