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Boris Palmer empört mit Kritik an Bahn-Werbung

Tübingen  

Boris Palmer empört mit Kritik an Bahn-Werbung

23.04.2019, 16:24 Uhr | dpa

Boris Palmer empört mit Kritik an Bahn-Werbung. Boris Palmer

Boris Palmer (Bündnis 90/Die Grünen), Oberbürgermeister von Tübingen, steht mal wieder in der Kritik. Foto: Christoph Soeder/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat mit Kritik an der Auswahl von Werbeträgern der Bahn für Empörung gesorgt. Die Bahn zeigt auf ihrer Internetseite Bilder von Reisenden mit unterschiedlichen Hautfarben, unter anderem den dunkelhäutigen Sterne-Koch Nelson Müller und die türkisch-stämmige Moderatorin Nazan Eckes. "Ich finde es nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien die "Deutsche Bahn" die Personen auf dieser Eingangsseite ausgewählt hat", schrieb Palmer am Dienstag auf Facebook. "Welche Gesellschaft soll das abbilden?" Die Bahn, die Grünen-Spitze und die Grünen-Landespartei im Südwesten reagierten befremdet.

"Herr Palmer hat offenbar zum wiederholten Male Probleme mit einer offenen und bunten Gesellschaft", sagte ein Sprecher der Bahn der Deutschen Presse-Agentur. "Solch eine Haltung lehnen wir ab." Müller, Eckes und der früheren Formel-1-Fahrers Nico Rosberg, die auch auf Plakaten und in Werbespots der Bahn zu sehen sind, stünden "für besondere Talente, die viele Menschen begeistern".

Der Bundesgeschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, lobte die Kampagne demonstrativ: "Die Bahn ist für alle da, und dass sie mit Vielfalt wirbt, begrüße ich", sagte er der dpa. "Es zeigt die gesellschaftliche Realität." Die Landespartei der Grünen in Baden-Württemberg reagierte ihrerseits mit einem Facebook-Post auf Palmers Einlassungen: "Das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft ist gelebte Realität in unserem Land", hieß es dort.

Viele Grüne zeigten sich genervt von dem Oberbürgermeister der schwäbischen Universitätsstadt, der unter anderem mit Aussagen zur Asylpolitik seine Partei immer wieder reizt. Der Tübinger Landtagsabgeordnete der Grünen in Baden-Württemberg, Daniel Lede Abal, wies Palmers Äußerung als "einfach völlig daneben" zurück: "Wenn er als Oberbürgermeister mit so einer Stadtgesellschaft nicht zurechtkommt, sollte er sich jetzt überlegen, ob er Oberbürgermeister bleiben kann." Der nordrhein-westfälische Grüne Ali Bas forderte auf Twitter: "Es wird Zeit den Hut zu nehmen, Herr Palmer!"

Auf Anfrage der dpa erläuterte Palmer am Dienstag seinen Standpunkt. "Menschen, die so aussehen, als hätten sie keinen Migrationshintergrund, sind bei den Bildern in der Minderheit", sagte er. "Ich würde eine Auswahl an Bildern, die unsere Gesellschaft abbildet, für logischer halten." Wer eine andere Auswahl treffe, könne dafür gute Gründe haben. "Aber die erkenne ich bisher nicht." Er frage sich, welche Strategie hinter der Bilderauswahl der Bahn stecke.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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