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Zahl der Untersuchungsgefangenen in Hamburg stark gestiegen

Hamburg  

Zahl der Untersuchungsgefangenen in Hamburg stark gestiegen

24.04.2019, 17:08 Uhr | dpa

Die Zahl der Untersuchungsgefangenen in Hamburg ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Saßen nach Angaben der Justizbehörde Anfang 2010 erst 329 Menschen in U-Haft, so waren es Anfang 2018 mit 648 fast doppelt so viele. Die Zahl der Inhaftierten schwankt allerdings und ist in jüngster Zeit wohl wieder gesunken. Wie die Behörde am Mittwoch weiter mitteilte, wurden am 7. April dieses Jahres 608 Untersuchungsgefangene gezählt.

Zum Anstieg hätten sogenannte reisende Einbrecher und Drogenhändler beigetragen, sagte eine Sprecherin. Anfang Februar waren 41 Prozent aller Untersuchungsgefangenen Deutsche, 25 Prozent waren Osteuropäer und jeweils 7 Prozent Türken und Afrikaner aus Subsahara-Staaten. Nordafrikaner machten 5 Prozent aus. Tendenziell wandern Menschen ohne festen Wohnsitz und Ausländer wegen Fluchtgefahr eher in Untersuchungshaft als Bundesbürger mit fester Wohnadresse.

Die Zunahme der ausländischen Inhaftierten seit 2015 sei vor allem auf Menschen aus Osteuropa zurückzuführen, erklärte der Leiter des Amts für Justizvollzug und Recht, Holger Schatz, kürzlich auf einer Fachtagung. In Relation zur Einwohnerzahl seien in Hamburg insbesondere Serben, Rumänen und Albaner überrepräsentiert, daneben auch Marokkaner und Algerier.

Die Straftaten, die zur Untersuchungshaft führten, waren laut einer Auswertung zum Stichtag 8. Februar 2018 vor allem Diebstähle (20 Prozent), Drogendelikte (8 Prozent) und Wohnungseinbruchsdiebstähle (5 Prozent).

Der NDR kam in einer eigenen Auswertung von Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu dem Ergebnis, dass Hamburg von allen Bundesländern die meisten Untersuchungsgefangenen in Relation zur Einwohnerzahl habe. Die FDP-Bürgerschaftsfraktion bezeichnete das als Alarmsignal. Fraktionschefin Anna von Treuenfels-Frowein forderte Justizsenator Till Steffen (Grüne) auf, für mehr Personal in Gefängnissen und bei Gerichten zu sorgen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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