Sie sind hier: Home > Regional >

Polizei ermittelt "Hochzeits-Blockaden" vom Wochenende

Kamen  

Polizei ermittelt "Hochzeits-Blockaden" vom Wochenende

29.04.2019, 15:01 Uhr | dpa

Polizei ermittelt "Hochzeits-Blockaden" vom Wochenende. Polizeifahrzeuge

Polizeifahrzeuge mit eingeschaltetem Blaulicht. Foto: Rolf Vennenbernd/Archiv (Quelle: dpa)

Eskalierende Hochzeitsfeiern und kein Ende: Am vergangenen Wochenende ist die Polizei in Nordrhein-Westfalen nach Angaben des Innenministeriums aus diesem Grund zu 27 Einsätzen gerufen worden. Drei Mal kam es zu "Hochzeits-Blockaden" mit Fahrzeugen auf Autobahnen im bevölkerungsreichsten Bundesland: Auf der A2 bei Kamen, der A4 nahe Düren und auf der A52 bei Marl. In diesem Fall ermittelten die Beamten sogar an zwei Festsälen.

Auf der A2 bei Kamen hatten Zeugen am Sonntag gegen 15 Uhr laut Polizei "knapp ein Dutzend hochwertige Fahrzeuge" gemeldet, die alle drei Spuren Richtung Hannover blockierten. "Die Fahrer überholten zum Teil rechts unbeteiligte Fahrzeuge und bremsten diese aus. Diese geistig umnachtete Aktion dauerte laut Zeugenaussagen mehrere Minuten, bevor der Konvoi dann an der Anschlussstelle Hamm die Autobahn verließ", so die Polizei. Beamte hätten die Fahrzeuge danach in Hamm stoppen können. "Alle Beteiligten verhielten sich kooperativ", teilte die Polizei mit. Es seien Anzeigen wegen Nötigung und gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr geschrieben worden.

Solche Anzeigen erstattete die Polizei auch nach einer Blockade auf der A4 bei Elsdorf (Rhein Erft-Kreis). Dort hatten mehrere Autos am Sonntag gegen 16.15 Uhr den Verkehr ausgebremst. Die Polizei war nach eigenen Angaben schnell vor Ort, erwischte den Korso - der über die Abfahrt Elsdorf von der Autobahn geleitet und kontrolliert wurde. Die Polizei führt zwölf Beschuldigte.

Zeugen meldeten auf der A52 bei Marl am Sonntag gegen 15.45 Uhr eine weitere Blockade, für die zehn bis zwölf Fahrzeuge den Verkehr ausbremsten. Als die Polizei eintraf, war der Korso schon weg. Aber - so ein Sprecher der Polizei Münster - die Beamten fuhren noch zwei Festsäle in Marl an, wo gerade Hochzeiten stattfanden. Dort habe man nach den Verursachern der Blockade gesucht. "Die Ermittlungen dauern aber noch an", so der Sprecher.

Neben Autobahn-Blockaden kam es erneut zu innerstädtischen Einsätzen. In Krefeld stoppte die Polizei nach eigenen Angaben am Samstag den Autokorso einer Hochzeitsgesellschaft, "nachdem während der Fahrt mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen wurde." Bei der Kontrolle der zehn Autos habe man zwei Schreckschusspistolen gefunden.

Ebenfalls von Schüssen begleitet wurde ein Korso aus 15 Fahrzeugen am Samstag in Lage bei Bielefeld. Dort fand die Polizei zwei Schreckschusswaffen und einen Schlagstock. "Strafanzeigen wegen Verstoß gegen das Waffengesetz wurden gefertigt", so die Beamten. Die Hochzeitsgäste seien nach der Kontrolle friedlich zur eigentlichen Feier in den Kreis Gütersloh weiter gefahren: "Die Polizei Gütersloh sprach vor Ort mit dem Brautpaar, das sich kooperativ und einsichtig zeigte."

In Gelsenkirchen wurde der Polizei am Samstagnachmittag eine "Verkehrsbehinderung größeren Ausmaßes auf der Vereinsstraße" gemeldet, auch Böller würden gezündet. "Die eingesetzten Polizeibeamten trafen am Einsatzort auf die Teilnehmer einer türkischen Hochzeitsgesellschaft", notierte die Polizei und berichtete das Vorgehen der Beamten: "Sie leiteten Ordnungswidrigkeitenverfahren ein und sprachen mit den Verantwortlichen. Anschließend verließen die Personen mit ihren Fahrzeugen die Örtlichkeit."

Autokorsos vor allem türkischer Hochzeitsgesellschaften sorgen seit Wochen für Aufsehen in NRW. Nach einer Blockade der A3 bei Ratingen hatte die Polizei Düsseldorf sogar eine eigene Ermittlungskommission gegründet. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte vor zwei Wochen gesagt: "Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle." Er kündigte ein konsequentes Vorgehen der Polizei an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal