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Susannas Mutter: Jeder Tag nach der Tat "der Horror"

Wiesbaden  

Susannas Mutter: Jeder Tag nach der Tat "der Horror"

30.04.2019, 01:33 Uhr | dpa

Susannas Mutter: Jeder Tag nach der Tat "der Horror". Landgericht Wiesbaden

Im Mordprozess um getötete Susanna sagt Mutter des Opfers aus. Foto: Fredrik von Erichsen/Archivbild (Quelle: dpa)

Ein Mithäftling des im Mordfall Susanna Angeklagten Ali B. hat sich in einem Brief an die Staatsanwaltschaft gewandt. Das berichtete Staatsanwältin Sabine Kolb-Schlotter am Dienstag vor dem Landgericht Wiesbaden. Ali B. habe ihm gegenüber explizit von einer Vergewaltigung der Mainzer Schülerin gesprochen. Er habe außerdem zugegeben, beim Vergraben ihrer Leiche zwei Helfer gehabt zu haben. Das Gericht wird nun entscheiden, ob der Mithäftling als Zeuge gehört wird.

Ali B. hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 14-jährige Susanna im Mai 2018 in Wiesbaden-Erbenheim getötet zu haben. Den weiteren Vorwurf der Vergewaltigung bestritt der 22 Jahre alte Iraker. Die Leiche von Susanna war nach einer großen Suche am 6. Juni 2018 in einem kleinen Wald gefunden worden.

Am Vormittag berichtete die Mutter des Opfers über die Zeit nach Susannas Verschwinden. "Für mich war jeder Tag der Horror", sagte sie. Mit ihrem Partner sei sie täglich in Wiesbaden, Mainz und Frankfurt auf die Suche gegangen, in der Hoffnung, Susanna selbst oder Hinweise auf ihren Verbleib zu finden.

Die Mutter des Opfers beschrieb ihre Tochter als fröhliches, aber schüchternes Kind. "Sie war eine starke Persönlichkeit", sagte die Zeugin. Sie hätten ein gutes, fast freundschaftliches Verhältnis zueinander gehabt, zumal Susanna ohne Vater aufgewachsen sei.

In Sachen Jungs sei Susanna sehr zurückhaltend gewesen. Die 14-Jährige sei glücklich gewesen, in Wiesbaden neue Freunde rund um Ali B. gefunden zu haben, erklärte die Mutter. Nur ihre unglückliche Liebe zum jüngeren Bruder des Angeklagten habe sie manchmal traurig gemacht. Susanna habe sich deswegen selbst verletzt. Auch weil Susanna anfing, die Schule zu schwänzen, suchte die Mutter Hilfe beim Jugendamt und einem Kinder- und Jugendpsychologen.

Für die Nacht, in der sich die Tat ereignete, habe Susanna gefragt, ob sie bei einer Freundin übernachten dürfe, berichtete die Mutter. Sie sei nicht begeistert gewesen, habe jedoch zugestimmt. "Das war mein Fehler, den ich mir bis heute nicht verzeihen kann", sagte sie. Laut Zeugenaussagen während der Verhandlung verbrachte Susanna den Abend mit Ali B.

Unter Tränen berichtete die Zeugin von ihrem heutigen Leben ohne Susanna. "Ein Teil von mir ist auch gestorben, aber ich muss kämpfen", sagte die 45-Jährige. Ihr sei es wichtig, Susannas Würde wiederherzustellen und für ihre zweite, jüngere Tochter da zu sein. Zwei bis drei Mal die Woche gehe sie auf den Friedhof zu Susannas Grab.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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