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Weniger Konfirmanden und Firmlinge in Niedersachsen

Oldenburg  

Weniger Konfirmanden und Firmlinge in Niedersachsen

10.05.2019, 14:42 Uhr | dpa

Weniger Konfirmanden und Firmlinge in Niedersachsen. Konfirmation

Eine Konfirmationskarte liegt auf einem Tisch. Foto: Malte Christians/Archiv (Quelle: dpa)

Die Zahl der Konfirmanden und Firmlinge in Niedersachsen geht zurück. Wurden etwa in den Gemeinden der oldenburgischen Kirche 2015 noch 4463 Konfirmationen gezählt, lassen sich in diesem Jahr zwischen 3500 und 4000 Jugendliche konfirmieren. Auch die Gemeinden in Schaumburg-Lippe, Hannover, Braunschweig und Oldenburg stellen einen Rückgang der Konfirmandenzahlen fest, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht.

Ein Grund neben dem demografischen Wandel seien wachsende schulische Anforderungen, sagte Pfarrer Matthias Hempel von der Evangelisch- lutherischen Kirche in Oldenburg. Deshalb würden weniger junge Menschen die bis zu eineinhalb Jahre dauernde Konfirmationszeit auf sich nehmen. Doch auch die Entscheidungen der Eltern haben Einfluss darauf: Erwachsene, die aus der Kirche ausgetreten sind, ließen ihre Kinder nicht mehr taufen und konfirmieren, sagte Wolfgang Ilg, der zur Konfirmandenarbeit in Deutschland forscht. Dem Professor für Gemeindepädagogik zufolge handelt es sich um einen bundesweiten Trend.

Bundesweit gebe es jährlich rund 200 000 Konfirmanden. Die Zeremonie erlebten sie als große Wertschätzung: "Die Jugendlichen gelten hier mal nicht als junge Störenfriede der Gesellschaft, sondern werden von der Kirche und der Familie in die Mitte gestellt", sagte Ilg. Der Pastor der Landeskirche Hannover, Benjamin Simon-Hinkelmann, betonte noch einen weiteren Aspekt: "Es ist wichtig, ob die Freundinnen und Freunde sich auch konfirmieren lassen." Mit der Konfirmation wird in der Evangelischen Kirche der Übergang ins Erwachsenenalter begangen.

Auch bei den Katholiken nehmen immer weniger junge Menschen an den traditionellen Zeremonien teil: Im Bistum Hildesheim wurden vor zwei Jahren 2136 Jugendliche gefirmt, 822 weniger als 2016. Im Jahr 2017 gab es in den Gemeinden in Hildesheim zudem 3944 Erstkommunionen, 54 weniger im Vergleich zum Vorjahr. Im Bistum Osnabrück nahmen an der Erstkommunionen 2017 rund 4500 Kinder teil. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 waren es 5300. Auch bei den Firmungen verzeichnete das Bistum einen leichten Rückgang: 2017 nahmen an der Zeremonie 4100 Jugendliche teil, 2013 waren es noch 4800.

Um junge Menschen in den Gemeinden zu halten, kommt es auch auf eine gute Jugendarbeit an: "Camps und Freizeiten gefallen den Jugendlichen", sagte Ilg mit Blick auf die Konfirmationszeit. "Der klassische Gottesdienst dagegen wird von vielen als eher langweilig erlebt."

Die Kirche stehe vor der Herausforderung, für junge Menschen bedeutsam zu sein und ihnen die Grundfragen des Lebens zu beantworten: "Was nach dem Tod kommt oder nach welchen Werten man sich im Leben richten kann." Aus Sicht von Ilg sollten die Kirchen in die Jugend- und Konfirmandenarbeit investieren: "Eine Kirche, die sich nicht um die Jugend kümmert, sieht schon bald ziemlich alt aus."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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