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US-Armee sucht in Münster nach Spuren vermisster Soldaten

Münster  

US-Armee sucht in Münster nach Spuren vermisster Soldaten

12.05.2019, 09:36 Uhr | dpa

US-Armee sucht in Münster nach Spuren vermisster Soldaten. Ausgrabung der US-Armee in Münster

Soldaten und Archäologen der US-Armee suchen derzeit nach Spuren vermisster Amerikaner aus dem Zweiten Weltkrieg. Foto: Guido Kirchner/Archiv (Quelle: dpa)

Erkennungsmarke, Zähne oder Schlüsselbein: Soldaten und Archäologen der US-Armee suchen derzeit in Münster nach Spuren vermisster Amerikaner aus dem Zweiten Weltkrieg. Eine aufwendige Aktenrecherche hat eine Abteilung des US-Verteidigungsministeriums in Münsters Norden geführt. Dort sucht das Team in der Nähe einer großen Durchfahrtsstraße nach Spuren einer vor über 75 Jahren abgestürzten Flugzeug-Besatzung.

"Wir konzentrieren uns auf Abstürze", sagt Jan Rengert Elburg von der Abteilung DPAA (Defense POW/MIA Accounting Agency) mit Sitz in Ramstein in Rheinland-Pfalz. Die großen Wrackteile seien zwar nicht mehr zu finden, aber wie Archäologen durchsieben die Soldaten seit der Woche vor Ostern das Erdreich am vermuteten Absturzpunkt.

Um den Angehörigen eine positive Nachricht überbringen zu können, suchen die Soldaten nach persönlichem Eigentum, so der Sprecher. Ein Volltreffer wäre die sogenannte Hundemarke aus Metall, mit der Soldaten identifiziert werden. Teile des Helms, der Flakweste, Bekleidung oder Zahnteile sind ebenfalls Ziel der Suche. "Der Zahnstatus der Vermissten ist bekannt", erklärt der Mann der DPAA. Fast genauso gut wie ein Fingerabdruck wäre ein Fund von Teilen des Schlüsselbeins. "Alle Oberkörper der Soldaten wurden bei der Einziehung wegen Tuberkulose geröntgt. Daher gibt es ein Bild dieses Knochens in den Akten. Damit können wir die Vermissten identifizieren."

Bei DNA-Proben sei nur ein indirekter Abgleich über die DNA der Verwandten möglich. "Da können wir dann keinen ganz sicheren Nachweis erbringen", erklärt der Sprecher in Ramstein auf der größten US-Airbase in Europa. Gelingt dem Team mit rund 25 Helfern - überwiegend US-Soldaten und ein ziviler Archäologe, - in Münster ein Treffer, wird der Fund im DPAA-Labor auf Hawaii untersucht. Fällt der Abgleich positiv aus, können die Angehörigen die Überreste ihrer lange Vermissten in den USA beisetzen.

Ob sie erfolgreich sind, das verrät die Such-Agentur zuerst den Angehörigen - und später dann auch der Öffentlichkeit über ihre Internetseite. Zum Ergebnis der Suche in Westfalen schweigt Rengert Elburg daher.

Weltweit werden derzeit 83 000 US-Soldaten vermisst. Aus dem Zweiten Weltkrieg sind es nach Angaben der DPAA noch 22 000. "Präsident Nixon hatte nach dem Vietnamkrieg versprochen, dass alle Schicksale geklärt werden. Die Angehörigen der Weltkriegsopfer forderten daraufhin eine Gleichbehandlung", erklärt Rengert Elburg. 2010 habe der US-Kongress die entsprechenden Mittel freigegeben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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