Sie sind hier: Home > Regional >

Frauen bringen katholische Kirche in Bewegung

Speyer  

Frauen bringen katholische Kirche in Bewegung

17.05.2019, 06:51 Uhr | dpa

Frauen bringen katholische Kirche in Bewegung. Bischof Peter Kohlgraf

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf. Foto: Arne Dedert/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Bistümer in Rheinland-Pfalz haben mit Verständnis auf den Proteststreik katholischer Frauen reagiert - und einen konkreten Weg zu Reformen in Aussicht gestellt. Unter dem Motto "Maria 2.0" kamen in der jetzt ausklingenden Streikwoche nach Angaben der Initiatoren auch in Rheinland-Pfalz ehrenamtliche Aufgaben teilweise zum Erliegen. So fielen etwa Veranstaltungen oder Seniorenkreise aus.

"Ich denke, man spürt es", sagte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates der katholischen St.-Franziskus-Gemeinde Nieder-Olm im Bistum Mainz, Andrea Keber. Die Aktionsgruppe will nun beraten, wie es nach der Streikwoche weitergehen soll.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf zeigt "Verständnis für die Fragen nach Weiheämtern für Frauen und dem Zölibat, die in der Aktion "Maria 2.0" angesprochen werden". Aber er fügt hinzu: "allzu einfache Antworten auf komplizierte Fragen ... helfen uns nicht weiter". Als Bischof müsse er bemüht sein, möglichst alle Gläubigen mitzunehmen. "Das erfordert die Mühen eines wirklichen Dialoges, wie wir ihn im synodalen Weg anstreben." Dort könnten sich auch die Teilnehmerinnen der Aktion "Maria 2.0" einbringen.

Die Vollversammlung des Zentralkomitees deutscher Katholiken (ZdK) - dort sind die katholischen Laienverbände zusammengeschlossen - hatte am 10. Mai in Mainz dafür gestimmt, das im März beschlossene Angebot der Deutschen Bischofskonferenz zu diesem Reformprozess eines "synodalen Weges" anzunehmen. Dabei beschloss die Versammlung, zur Vorbereitung ein eigenes Forum zum Zugang von Frauen zu kirchlichen Weihe-Ämtern einzurichten. Dieses soll drei Foren ergänzen, die von der Bischofskonferenz beschlossen wurden - zu den Themen Macht und Gewaltenteilung, Sexualmoral und priesterliche Lebensform.

Deutlichere Kritik als aus Mainz kam vom Trierer Bischof Stephan Ackermann. Vor einer Protestaktion von "Maria 2.0" am (morgigen) Samstag in Trier sagte der Geistliche, er könne zwar die Ungeduld vieler Frauen verstehen. "Ich sage aber offen, dass ich diese Streikaufrufe, diese Streikaktionen nicht für hilfreich halte." Vor dem vereinbarten "synodalen Weg" seien "vertrauensbildende Maßnahmen" nötig. Ein Streik sei "eher kontraproduktiv". Ackermann zeigte sich offen für Frauen im Diakonat. Auch setze er sich seit Jahren dafür ein, dass Frauen in der katholischen Kirche "vermehrt in Leitungs- und Entscheidungsfunktionen" gelangten.

Im Bistum Speyer sagte Generalvikar Andreas Sturm, er könne "Wut, Trauer und Ärger" über die Jahrzehnte nachvollziehen, die Frauen hingehalten würden. "Wir brauchen Frauen, die sich in der Kirche engagieren." Die Kirche müsse sich bewegen, "in Speyer und in Rom". Er wolle sich auch für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen einsetzen, sagte der Verwaltungschef. Hier sei aber der Einfluss des Bistums Speyer begrenzt. Wie an anderen Orten in Rheinland-Pfalz ist auch im Bistum Speyer am kommenden Wochenende geplant, den Protest in Gottesdiensten zum Thema zu machen, etwa in der Pfarrei Hl. Michael in Deidesheim.

Der Ausschluss von Frauen aus dem Priesteramt habe erhebliche Auswirkungen auf die Identifikation mit der Kirche, sagte Gisela Franzel von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands im Diözesanverband Mainz. Dabei nannte sie auch die "grundsätzliche Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums".

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1965) warteten Frauen auf konkrete Schritte für die Zulassung von Frauen zu Weihe-Ämtern. "Dies ist eine lange Zeit und es ist für sie nicht verständlich, wenn die Bischöfe zu Geduld in diesem Thema aufrufen." Franzel warf die Fragen auf: "Was sollen diese Frauen ihre Töchtern und Enkelinnen sagen? Wie sollen sie ihnen die katholischen Kirche als Heimat oder Gestaltungsort vermitteln?"

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal