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Anti-Keim-Stoff: Textilien mit Gesundheitstechnik

Crimmitschau  

Anti-Keim-Stoff: Textilien mit Gesundheitstechnik

20.05.2019, 16:41 Uhr | dpa

Anti-Keim-Stoff: Textilien mit Gesundheitstechnik. Thomas Lindner und Martin Dulig begutachten medizinische Strümpfe

Thomas Lindner (l), Geschäftsführer der Strumpfwerke Lindner GmbH, und Martin Dulig begutachten medizinische Strümpfe. Foto: Hendrik Schmidt (Quelle: dpa)

Sachsens Wirtschaftsminister setzt sich auf ein Bett und auf dem Bildschirm am Kopfende schaltet ein zuvor rotes Viereck auf grün: Eine intelligente Matratzenauflage hat die Bewegung von Martin Dulig erkannt und registriert. Das sensorische System für die Pflege in Heimen, Kliniken oder auch zu Hause wurde vom Sächsischen Textilforschungsinstitut (SFTI) in Chemnitz entwickelt. Das SFTI ist die vierte Station, die Dulig am Montag bei Entwicklern von Spezialtextilien für den Medizinbereich besucht. "Was wir gesehen haben, ist Innovation", bilanziert der SPD-Politiker.

Das SFTI gehört ebenso wie Biehler Sportswear, die Spengler & Fürst GmbH & Co. KG oder das Strumpfwerk Lindner GmbH zu den rund 20 Firmen und Partnern im Verbundprojekt "health.textil 4.0". Es wurde 2017 vom Verband der Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (vti) initiiert und seither vom sächsischen Wirtschaftsministerium mit insgesamt 200 000 Euro gefördert.

Diese Förderung läuft im kommenden Monat aus. Als Nachfolger soll das Bundeswirtschaftministerium über das "Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM)" die Förderung in gleicher Höhe vom 1. Juli an übernehmen. "Das ist sportlich, aber notwendig. Es sind viele Vorarbeiten geleistet worden", sagte vti-Geschäftsführer Jenz Otto. Den Kontakt habe das Wirtschaftsministerium des Freistaates hergestellt. Man habe das Innovationspotenzial gesehen und deswegen eine Anschlussfinanzierung unterstützt, betonte Dulig.

Mit den neuen Geldern soll das Projekt nun auf andere Bundesländer und Tschechien ausgeweitet werden. "Wir können nun auch neue Partner zum Beispiel aus Thüringen und Tschechien einbeziehen", sagte Projektmanager Johann Varga. Man habe jetzt drei Aufgaben: Das Projekt bekanntmachen, mit der Gesundheitswirtschaft ins Gespräch kommen und Akquise-Finanzierung für die Firmen, zählte Varga auf.

Im hinteren Bereich eines Gewerbegebietes an der Autobahn A4 hat der Radsport-Ausrüster Biehler Sportswear sein Domizil. Mit dem Know-How aus dem Einsatz hochwertiger Stoffe hat die Firma in Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) ein Shirt entwickelt, das über sechs Sensoren Vitalfunktionen wie Puls, Hautfeuchtigkeit oder Temperatur erfasst. Die Daten werden auf eine App im Smartphone übertragen.

Ebenso wie von der intelligenten Matratzenauflage gibt es davon bisher nur Prototypen. Beide Erfindungen werden an der Berliner Charité einem Langzeittest unterzogen. "Wir sind guter Dinge, dass wir nächstes Jahr mit der Produktion in Serie gehen können", sagt Biehler-Geschäftsführer Sascha Winkler. Etwas länger wird es dauern, bis die Matratzenauflage auf den Markt kommt. Sie rechne noch mit etwa 24 Monaten, prognostiziert Entwicklerin Elke Thiele.

Ein wichtiger Rohstoff für einen Großteil der Gesundheitstextilien ist Silber - auch bei einem Anti-Keim-Stoff, den die Firma Spengler & Fürst in Crimmitschau entwickelt hat. Nach Unternehmensangaben wurde im Labor nachgewiesen, dass multiresistente Keime auf dem Gewebe innerhalb einer Stunde vernichtet werden.

Noch bis Ende Juli läuft der Test an der Uniklinik Dresden. Geschäftsführer Eckhard Bräuninger hofft, Ende des Jahres das Produkt auf den Markt bringen zu können. Allerdings ist der mit Silberfäden durchwirkte Stoff nicht billig. Laut Bräuninger würde ein T-Shirt daraus 80 Euro kosten statt 20 Euro.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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