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Vergewaltiger aus Fußball-Fanzug zu Haft verurteilt

Mönchengladbach  

Vergewaltiger aus Fußball-Fanzug zu Haft verurteilt

24.05.2019, 08:50 Uhr | dpa

Vergewaltiger aus Fußball-Fanzug zu Haft verurteilt. Amts- und Landgericht in Mönchengladbach

Das Foto zeigt das Amts- und Landgericht in Mönchengladbach. Foto: Roland Weihrauch/Archivbild (Quelle: dpa)

Eine junge Frau und ein 31-jähriger Mann verschwinden auf der Rückfahrt von einem Fußball-Bundesligaspiel auf die Toilette des Sonderzugs. Beide haben vorher Alkohol getrunken, zumindest die Frau sehr viel, wie Richterin Uta Cramer am Freitag im Amtsgericht Mönchengladbach deutlich machte. Beim Verlassen der Toilette ist die 19-Jährige völlig aufgelöst - und wirft dem Mann Vergewaltigung vor, wie Zeugen am letzten Prozesstag schilderten. Der 31-jährige Angeklagte spricht dagegen von einvernehmlichem Sex.

Die Richter haben den Mann am Freitag der Vergewaltigung schuldig gesprochen und auch der gefährlichen Körperverletzung, weil er aus nichtigem Grund einen anderen Fan in dem Zug geschlagen habe. Sie verurteilten den einschlägig vorbestraften Mann zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Außerdem ordneten sie dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an, weil auch schon bei seien Straftaten in der Vergangenheit immer wieder Alkohol im Spiel gewesen sei.

Das Gericht folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte Freispruch im Fall der angeklagten Vergewaltigung gefordert und sechs Monate Haft für Körperverletzung. Der Verteidiger ließ zunächst offen, ob er in Berufung geht.

Das Opfer, eine Studentin, hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. "Sie ist sicherlich keine Traum-Zeugin. Aber sie hat nachvollziehbar und glaubhaft ausgesagt", sagte Richterin Cramer in der Urteilsbegründung. Sie habe den Angeklagten "angeflirtet", geküsst und sei freiwillig mit ihm auf die Zug-Toilette gegangen.

"Sie hat sich keine Gedanken gemacht, was auf der Toilette passieren würde", sagte die Richterin. Das Verhalten der jungen Frau habe zwar zu der Situation beigetragen, stellte die Richterin fest. Aber die Studentin habe gesagt, dass sie "das" nicht wolle, als der Angeklagte mit den sexuellen Handlungen begonnen habe. Die Tat ereignete sich im April 2018 nach dem Spiel FC Bayern München gegen Borussia Mönchengladbach in dem Sonderzug, der Fans zurück nach Nordrhein-Westfalen brachte.

Die beiden hatten sich nach Angaben des Angeklagten und von Zeugen im Tanzwagen des Sonderzugs mit Hunderten von Fußball-Fans kennengelernt. Zeugen schilderten am Freitag, dass die beiden vor der Zugtoilette "geknutscht" hätten und die Initiative von der jungen Frau ausgegangen sei. Vor Gericht habe die 19-Jährige gesagt, "dass sie sich selber in die Lage gebracht hatte und sie ihn angesprochen hatte", sagte Richterin Cramer.

Sie verwies auf Zeugenaussagen, wonach die Studentin nach dem Verlassen der Zugtoilette völlig aufgelöst gewesen sei. Ein unbeteiligter junger Mann aus Duisburg hatte geschildert: "Sie war komplett verheult. Ihr ganzer Körper war am Zittern. Sie konnte nicht mehr aufrecht gehen." Zuerst habe die junge Frau sich nicht mitteilen wollen, dann habe sie gesagt: "Ich bin vergewaltigt worden."

Ein Polizeischüler, der privat in dem Fanzug unterwegs war, bestätigte diesen Eindruck: "Sie hat geweint und gezittert. Sie wirkte nur geschockt", sagte er vor Gericht.

Ein Sachverständiger bezeichnete den Angeklagten als "sozial gefährlich". Alle bisherigen Straftaten habe er unter Alkoholeinfluss begangen. "Es ist unabdingbar, dass er eine Suchttherapie erfolgreich abschließt", empfahl David Strahl in seinem psychiatrischen Gutachten. Der 31-Jährige verbüßt nach Angaben seines Anwalts eine jahrelange Haftstrafe unter anderem wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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