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Früherer Laienpriester gesteht sexuellen Missbrauch

Aachen  

Früherer Laienpriester gesteht sexuellen Missbrauch

27.05.2019, 12:49 Uhr | dpa

Früherer Laienpriester gesteht sexuellen Missbrauch. Früherer Laienpriester vor Gericht

Viele Jahre nach dem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch an seinen Enkelinnen beginnt der Prozess. Foto: M. Becker/dpa/Archiv (Quelle: dpa)

Ein früherer Laienpriester der neuapostolischen Kirche hat den sexuellen Missbrauch seiner beiden Enkelinnen im Kindesalter gestanden. "Ich schäme mich über alle Maßen", hieß es in einer von seinem Anwalt am Montag zum Prozessbeginn im Landgericht Aachen verlesenen Erklärung. Es sei vier Mal zu sexuellen Übergriffen gekommen und nicht wie angeklagt 73 Mal. Seine mitangeklagte Frau habe nichts davon gewusst, stellte der heute 75-Jährige in der Erklärung fest. Die ältere Enkelin war damals zwischen vier und sechs Jahre alt, die jüngere zwischen drei und fünf Jahre. Sie sind Nebenklägerinnen und sagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Der Angeklagte war nach eigenen Angaben über Jahrzehnte Seelsorger und Lehrbeauftragter für Kinder in der Apostolischen Kirche, 2005 wurde er aus vor Gericht nicht genannten Gründen abberufen. Die Großeltern hatten die Kinder laut Anklage regelmäßig vom Kindergarten abgeholt. Zudem besuchten die Kinder die Großeltern an Wochenenden.

Zwischen 2001 und 2003 soll der Opa laut Anklage seine ältere Enkelin in seinem Wohnzimmer in Aachen in unterschiedlicher Intensität 73 Mal missbraucht haben, in einem weiteren Fall im Schlafzimmer gemeinsam mit der jüngeren Schwester. Seine 68 Jahre alte Frau habe die Tür zugemacht und Milchreis als "Belohnung" gekocht. Sie ist der Förderung sexueller Handlungen an Minderjährigen angeklagt.

Die Ermittlungen waren durch einen Facebook-Eintrag der Mutter beider Mädchen zu dem Missbrauch in einem Opfer-Forum ins Rollen gekommen, wie der Verteidiger des Angeklagten am Rande des Prozesses mitteilte. Daraufhin sei aus dem Forum heraus Anzeige gegen die Großeltern erstattet worden.

Das Gericht verlas zwei Briefe des Großvaters aus den Jahren 2010 und 2012 an seinen Sohn, der wegen des Missbrauchs nach Angaben des Angeklagten den Kontakt zu Vater und Mutter abgebrochen hatte. Darin äußerte der Angeklagte sein Bedauern über das, "was damals vorgefallen war". Das Ehepaar betrat den Gerichtssaal mit tief ins Gesicht gezogenen Schirmmützen. Die Frau hielt sich einen Schal vors Gesicht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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