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Virtuelle Zeitreise in 5500 Jahre alte Grabstelle

Lotte  

Virtuelle Zeitreise in 5500 Jahre alte Grabstelle

02.07.2019, 02:59 Uhr | dpa

Virtuelle Zeitreise in 5500 Jahre alte Grabstelle. Mit Virtual Reality ins Großsteingrab

Die Animation des Innenraumes der Großen Sloopsteene bei Westerkappeln im Kreis Steinfurt ist auf einem Tablet zu sehen. Foto: Caroline Seidel (Quelle: dpa)

Mit Hilfe einer 3D-Animation macht der kommunale Landschaftsverband Westfalen-Lippe eine Jahrtausende alte Grabanlage visuell erlebbar. Die 5500 Jahre alten sogenannten Großen Sloopsteene bei Lotte-Wersten im Kreis Steinfurt sind auf den ersten Blick nur eine Ansammlung von riesigen Findlingen. Die bis zu 12 Tonnen schweren Steine liegen in einem Waldgebiet. Für den ahnungslosen Betrachter ist nicht zu erkennen, dass es sich um das am besten erhaltene Großsteingrab in Westfalen handelt. Die Anlage ist sogar älter als die Pyramiden in Ägypten.

Zusammen mit der Hochschule Bremen haben Archäologen des LWL aus Millionen von Daten die 3D-Animation erstellt, wie Kulturdezernentin Barbara Rüschoff-Parzinger am Dienstag vor Ort erklärte. Diese kann mit einer Virtual-Reality-Brille oder auf der Internetseite des LWL betrachtet werden. "Die Archäologie muss man nicht neu denken, aber man kann sie anders präsentieren", sagte Rüschoff-Parzinger. Sie freue sich, dass die Menschen von heute jetzt die visuelle Zeitreise antreten können, um zu sehen, wie die Menschen vor 5500 Jahren ihre Toten in diese Grabstelle legten.

"Wir müssen den Menschen Bilder in den Kopf setzen", sagte die Kulturdezernentin über das Projekt. Bei Steinen oder Bodenverfärbungen müssten die Archäologen aufzeigen, was dahinter stecke. "Wenn das gelingt, kommen die Menschen erst recht ins Museum. Dieses Projekt ist zusätzliche Werbung", sagte Rüschoff-Parzinger.

Beim Aufrufen der Animation fliegen die bis zu 12 Tonnen schweren Steine in ihre Ausgangslage und zeigen die beeindruckende Baukunst der Menschen aus der frühen Steinzeit auf. In ihrer Ursprungsform war die Grabstelle rund 18 Meter lang. Dabei mussten die Erbauer die tonnenschweren Steine in der frühen Steinzeit mit Hilfe von Tieren, Rampen und Menschenkraft in das Waldstück an der Landesgrenze zu Niedersachsen bringen, wie Archäologin Kerstin Schierhold erklärte. Dann bestatteten die Menschen ihre Toten unter einem Erdhügel, den sie über die Steine anlegten.

Ähnliche Grabstellen gibt es nach ihrer Auskunft europaweit in Spanien, Portugal und auch in Skandinavien. Dabei sei diese Grabanlage in Westfalen die südlichste dieser Art in Deutschland.

"Ausgehend von den heutigen Positionen der Steine wird das Megalithgrab in der Animation virtuell wiederaufgerichtet", sagte Projektleiter Leo Klinke. Was heute wie ein wilder Steinhaufen ohne Struktur aussieht, war früher eine brillante Konstruktion aus Tragesteinen und Decksteinen, auf die noch eine Erdschicht für ein bewachsenes Dach kam. Beim Blick von der Ostseite auf den Steinhaufen erkennt der Betrachter noch eine Linie von kleineren Steinen, die früher die nördliche Begrenzung gebildet haben müssen.

2015 hatten die LWL-Experten begonnen, die Großen Sloopsteene - übersetzt große Schlüpfsteine - mit hochauflösenden Geräten zu vermessen. Vier Jahre später liegt eine erste Animation vor, mit der der Betrachter die Grabstätte aus verschiedenen Standorten - auch im Inneren - aus erleben kann.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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