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Fast 5000 Orgelpfeifen: Erzbistum baut Kirchenorgel ab

Berlin  

Fast 5000 Orgelpfeifen: Erzbistum baut Kirchenorgel ab

03.07.2019, 13:52 Uhr | dpa

Fast 5000 Orgelpfeifen: Erzbistum baut Kirchenorgel ab. Abbau Klais-Orgel in der Sankt Hedwig-Kathedrale

Pfeifen liegen auf dem Boden der leeren Sankt Hedwig-Kathedrale. Foto: Lisa Ducret/Archivbild (Quelle: dpa)

Wie Rohrleitungen liegen die meterlangen Orgelpfeifen nebeneinander aufgereiht auf dem Boden der St. Hedwigs-Kathedrale. Noch haben die umstrittenen Umbauten am katholischen Hauptgotteshaus nicht begonnen. Dennoch sieht es aus wie auf einer Baustelle. Insgesamt 20 Tonnen und 4838 Pfeifen aus Holz, Zinn und Kupfer müssen die Handwerker in den nächsten acht Wochen aus der Klais-Orgel demontieren. Auf keinen Fall dürfen die empfindlichen Teile mit der nackten Hand berührt werden, sagt die Sprecherin des Erzbistums Berlin, Martina Richter. Die Fingerabdrücke seien nur schwer zu entfernen. Deshalb tragen die Arbeiter Handschuhe.

Seit September 2018 ist die Kathedrale wegen Sanierungsplänen geschlossen. Zuvor hatten Befürworter und Gegner jahrelang über den Umbau gestritten, zuletzt vor dem Verwaltungsgericht. Verhindern wollten die Kläger vor allem, dass die zentrale Bodenöffnung mit der Treppe zur Unterkirche - ein besonderes Merkmal der Kirche - geschlossen und der Altar ins Zentrum der Kirche gerückt wird. Das Erzbistum erachtet jedoch gerade jene Maßnahme als notwendig, um den Gottesdienst alltagstauglicher zu machen.

Obwohl das Gebäude grundsätzlich unter Denkmalschutz steht, stimmte der Berliner Senat im vergangenen Jahr einem Bauantrag des Erzbistums Berlin zu. Die Entscheidung hatte laut Kulturverwaltung gesetzliche Gründe, da der Staat sich nicht in Angelegenheiten der Kirche einmischen dürfe. Am Mittwoch begannen Handwerker nun mit dem Abbau der Orgel, die nach dem Umbau wieder in die Kirche zurückkehren soll. Auch auf Schadstoffe soll das Gotteshaus vor Beginn der Sanierung überprüft werden.

Während Arbeiter pausenlos Metallrohre aus dem Orgelinneren tragen, hängt das 1978 eingeweihte Instrument weiter wie ein Monument über dem Hauptportal der Kathedrale. In einigen Wochen werden die Bauteile der Orgel vollständig entfernt sein. Bei der Zwischenlagerung sei es wichtig, dass die Orgelpfeifen aufrecht stehen, sagt Orgelbaumeister Markus Kaltenhauser. Denn so verlieren die empfindlichen Teile, die gerade einmal 2,5 bis 3 Millimeter dick seien, nicht ihre Form. Deformierte Pfeifen wieder herzustellen sei aufwendig, sagt Kaltenhauser. "Da können dann schon mal bis zu zehn Leute gleichzeitig dran arbeiten."

Insgesamt 60 Millionen Euro soll die Sanierung der Kathedrale kosten. Das Erzbistum und die 27 deutschen Diözesen wollen jeweils 20 Millionen Euro für den Umbau beitragen. Weitere zwölf Millionen Euro stellt der Bund und acht Millionen Euro das Land in Aussicht. Die Kathedrale soll 2023 wiedereröffnet werden. Die Gottesdienste werden in der Zwischenzeit in der Kirche St. Joseph in Wedding stattfinden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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