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Empörung über Predigt zu Missbrauch und Vergebung in Münster

Münster  

Empörung über Predigt zu Missbrauch und Vergebung in Münster

04.07.2019, 21:02 Uhr | dpa

Mit einer Predigt über Vergebung auch für Priester, die Minderjährige sexuell missbraucht haben, soll ein emeritierter Pfarrer in Münster zahlreiche Gottesdienstbesucher empört haben. Während der Ausführungen des 79-Jährigen hätten zunächst ein Teil des Chores, später rund 70 Gottesdienstteilnehmer unter lautem Protest die Münsteraner Kirche Heilig Geist verlassen, berichtet das Internetportal "Kirche-und-Leben.de". Einige Gottesdienstbesucher hätten die Predigt unterbrochen und mit dem emeritierten Pfarrer diskutiert. Im Altarbereich sei es laut und hektisch geworden. Der Pfarrer habe seine Predigt dann nicht zu Ende geführt, heißt es. Im Gottesdienst sollen auch von Missbrauch Betroffene gewesen sein.

"Das war ein echter Schock", sagt der emeritierte Pfarrer Ulrich Zurkuhlen "Kirche-und-Leben.de". Er sei mit seiner Stimme nicht gegen "den schreienden Mob" angekommen, habe seinen Standpunkt und die biblisch so wichtige Bedeutung von Vergebung nicht darlegen können.

Stefan Rau, der leitende Pfarrer der Pfarrei St. Joseph, zu der die Heilig-Geist-Kirche gehört, bedauerte das Geschehen. Das Thema Vergebung sei keine Bringepflicht der Opfer, sagte er "Kirche-und-Leben.de". "Dieser Eindruck ist wohl entstanden - und das dürfen wir nicht so stehen lassen." Deshalb habe die Gemeinde zu einem öffentlichen Gespräch über die Predigt eingeladen.

Ein Sprecher des Bistums Münster sagte auf Anfrage am Donnerstag: "Wir finden es richtig, dass es die Versammlung in der Gemeinde gibt." Generell gelte, bei der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch müssten die Interessen der Opfer im Mittelpunkt stehen und nicht die der Täter, betonte der Sprecher. Die Predigt am Sonntag sei frei gehalten worden und liege dem Bistum nicht in schriftlicher Form vor.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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