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Sachsen wartet auf Welterbe-Entscheidung aus Baku

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Sachsen wartet auf Welterbe-Entscheidung aus Baku

05.07.2019, 07:41 Uhr | dpa

Sachsen wartet auf Welterbe-Entscheidung aus Baku. "Reiche Zeche" des Bergwerks "Himmelfahrt Fundgrube"

Blick über die Tagesanlagen des Schachts "Reiche Zeche" des Bergwerks "Himmelfahrt Fundgrube" auf die Stadt Freiberg. Foto: Jan Woitas/Archiv (Quelle: dpa)

Viele Jahre Vorbereitung stecken in der Bewerbung, jetzt wird am Wochenende eine Entscheidung getroffen: Die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří will in die Liste der Unesco-Welterbestätten aufgenommen werden. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wird mit einer deutsch-tschechischen Delegation in Baku in Aserbaidschan weilen, wo bei der 43. Unesco-Jahrestagung über den Antrag entschieden wird.

"Der Bergbau im Erzgebirge war über Jahrhunderte die Grundlage des Wohlstandes in Sachsen und ist ein Teil unserer Identität", sagte Kretschmer laut Mitteilung vor dem Abflug nach Baku. Die Initiatoren des Antrags seien seit 16 Jahren hochengagiert. Mit dem Besuch in Baku wolle er zeigen, "dass der Freistaat Sachsen geschlossen hinter dem Antrag der Montanregion steht".

Die Zeichen für eine positive Entscheidung stehen gut: Alle drei Anträge mit deutscher Beteiligung seien auf dem richtigen Weg, sagte Maria Böhmer, Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission. Neben dem Erzgebirge bewerben sich auch Augsburg mit seinem Wassermanagement-System sowie Bayern gemeinsam mit Österreich, Slowakei und Ungarn mit der alten römischen Militärgrenze - dem sogenannten Donaulimes. Weltweit sind 35 Stätten nominiert.

Im Erzgebirge warten die Menschen gespannt auf das Urteil aus Baku. "Das Projekt wird an vielen Orten gelebt", sagte Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, die das Projekt federführend begleitet. Mehr als 1000 Menschen seien an der Bearbeitung des Antrags beteiligt gewesen. Sollte die Entscheidung positiv ausfallen - wovon Lißke ausgeht - wird eine Jubiläumsfeier zur Wiederbelebung der Bergbrüderschaft in Olbernhau zur Siegesfeier umfunktioniert. Gut 300 Menschen passen in die Saigerhütte in Olbernhau, die auch Teil des Welterbes werden soll. Auch draußen soll die Geschichte des Antrags sowie eine Live-Schaltung nach Baku auf einer Video-Wand zu sehen sein, erklärte Udo Brückner, Vorstandsmitglied im Saigerhüttenverein.

"Der Welterbetitel ist für die Entwicklung und den Wert der Region für viele Jahre sehr wertvoll", sagte Lißke. Er verspricht sich positive Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Erzgebirge und den Tourismus in der Region.

Die Montanregion steht bereits seit 20 Jahren auf der Vorschlagsliste für den Welterbe-Titel. Das historische Bergbaugebiet in Sachsen und Böhmen besteht insgesamt aus 22 Bestandteilen, davon 17 auf deutscher Seite. Die Region hatte bereits 2014 einen Antrag eingereicht, den sie dann jedoch auf Empfehlung des Weltdenkmalrats (Icomos) zurückzog, straffte und stark überarbeitete. Der zweite Anlauf startete Anfang 2018 mit einer Konzentration auf den Erzbergbau.

Auf der Liste des Welterbes stehen derzeit knapp 1100 Kultur- oder Naturstätten in 167 Staaten. Deutschland ist bislang mit 44 Stätten auf der Liste vertreten. In Sachsen ist bislang nur der Muskauer Park darunter. Bis 2009 stand auch das Dresdner Elbtal auf der Welterbe-Liste. Ihm wurde das Siegel entzogen: Das Komitee sah die Flusslandschaft wegen des Baus der Waldschlößchenbrücke als unwiderruflich beschädigt.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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