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Nach Absturz: Eurofighter-Wracks geborgen: Gutachter am Zuge

Silz  

Nach Absturz: Eurofighter-Wracks geborgen: Gutachter am Zuge

08.07.2019, 08:03 Uhr | dpa

Nach Absturz: Eurofighter-Wracks geborgen: Gutachter am Zuge. Militärischer Sicherheitsbereich

Auf einem Schild an einer Straße in der Nähe einer der Absturzstellen steht "Militärischer Sicherheitsbereich". Foto: Christophe Gateau/Archiv (Quelle: dpa)

Zwei Wochen nach dem Absturz von Kampfflugzeugen an der Mecklenburgischen Seenplatte sind beide Eurofighterwracks geborgen - und im Umfeld haben nun die Gutachter die Arbeit aufgenommen. "Die Absturzstellen sind beräumt", sagte ein Sprecher der Bundesluftwaffe am Montag in Berlin. Bundeswehrsoldaten sicherten am Montag die letzte Absturzstelle in einem Waldstück mit rot-weißem Absperrband und Schildern, auf denen "Betreten verboten" und "Gesundheitsgefahr" steht. Dort war der Eurofighter abgestürzt, dessen Pilot sich nicht mehr retten konnte. Auf 90 mal 60 Metern an einer Straße sind alle Bäume gerodet, Wurzeln und angebrannte Stämme aufgeschichtet und in der Luft liegt weiter starker Kerosingeruch.

Nach 14 Tagen, in denen bis zu 500 Soldaten nach Trümmerteilen suchten und die zerschellten Maschinen bargen, ist die Bundeswehr abgezogen. Der militärische Sicherheitsbereich um die Orte Nossentiner Hütte und Nossentin wurde aufgehoben, wie der Luftwaffensprecher sagte. Die Absturzstellen sollten aber nicht betreten werden. Das Gros der Flugzeugtrümmer sei zum Geschwaderstandort nach Laage bei Rostock gebracht worden.

Bei einer Luftkampfübung waren am 24. Juni zwei Militärjets kollidiert und abgestürzt. Ein Ausbilder-Pilot, dessen Maschine in ein Roggenfeld stürzte, konnte sich retten. Ein 27 Jahre alter Pilot, dessen Flugzeug in Brand geriet und in das Wäldchen bei Nossentin stürzte, starb. Die genaue Unfallursache wird noch ermittelt. Das Geschwader 73 "Steinhoff" hatte eine technische Ursache aber ausgeschlossen und die Trainingsflüge mit Eurofightern nach einer Woche Pause wieder aufgenommen.

Im Absturzgebiet hat die Agrargenossenschaft Malchow etliche Getreideschläge und andere Felder und Wiesen. Im gesamten Gebiet hatte die Luftwaffe vor gesundheitsschädlichen Substanzen beim Verbrennen der Karbon-Teile der Flugzeuge gewarnt. "Wir haben Gutachter beauftragt, die geerntete und extra gelagerte Gerste und die anderen Kornfelder zu untersuchen", erläuterte Geschäftsführer Andreas Schaade. Die Gerste sei schon überreif gewesen.

Außerdem seien Ähren bei der Gerste auch abgefallen, als die Bundeswehr in langen Ketten durch Felder zog, um weitere Trümmerteile zu suchen. "Uns wurde zugesichert, dass die Bundeswehr für den Schaden aufkommt", hofft Schaade. Bei Roggen, Raps und Erbsen sei das nicht ganz so schlimm. Den Einwohnern hatte die Bundeswehr erklärt, dass sie ihr Obst und Gemüse trotzdem verzehren könnten.

Wie der Sprecher der Luftwaffe erklärte, seien bei den Feuerwehren in Silz und Nossentiner Hütte noch Container aufgestellt worden. Dort sollten restliche kleine Trümmerteile gesammelt werden, falls jemand noch kleinere Wrackteile findet. Der Finder sollte am besten die Polizei oder Feuerwehr zur Bergung holen, denn vor dem Anfassen solcher Teile müsse gewarnt werden.

An diesem Dienstag soll es beim Geschwader in Laage eine Gedenkveranstaltung mit militärischen Ehren für den getöteten 27 Jahre alten Piloten geben. Der Mann habe rund 400 Stunden Flugerfahrung gehabt. Die Veranstaltung auf dem Fliegerhorst wird laut Bundeswehr auf Wunsch der Familie nicht öffentlich sein.

Die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg hat unterdessen auch Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung eingeleitet. Wie Behördensprecherin Beatrix Heuer erläuterte, soll geklärt werden, ob menschliches Versagen oder eine technische Ursache zu Zusammenstoß und Absturz am 24. Juni geführt hatten. Dazu setze die Staatsanwaltschaft auf die Fachkenntnis der Flugsicherheit, die die Untersuchung des Falles übernommen hatte.

Nach Angaben der Luftwaffe war der Eurofighter bisher das sicherste Kampfflugzeug in der Geschichte der Bundeswehr. Seit 2004 sei kein deutscher Eurofighter abgestürzt, hatte der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Unglücksmontag erklärt. Gerhartz hatte mit Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Unglücksort bei Nossentin besucht.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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