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Tausendfüßerplage: Seltene Art einst aus Südostasien

Melsbach  

Tausendfüßerplage: Seltene Art einst aus Südostasien

15.07.2019, 12:19 Uhr | dpa

Tausendfüßerplage: Seltene Art einst aus Südostasien. Ein Tausendfüßer

Ein Tausendfüßer. Foto: Arno Burgi/Archivbild (Quelle: dpa)

Tausende Tausendfüßer suchen derzeit Häuser in Melsbach im Kreis Neuwied heim. Einem Experten zufolge ist es eine ursprünglich aus Südostasien stammende Art. Der Anwohner Ronny Roos sprach am Montag von einer "Riesenplage an der Hauswand". Er habe versucht, sein Haus abzudichten und die 20 bis 25 Millimeter langen Tierchen mit dem Staubsauger zu bekämpfen. Doch es kämen von außen immer neue nach. Da helfe auch kein Kammerjäger mit Ausräuchern. Zuvor hatten unter anderem SWR und "Rhein-Zeitung" darüber berichtet.

Der Leiter der Sektion Myriapoda (Tausendfüßer) des Zoologischen Forschungsmuseums Alexander Koenig in Bonn, Thomas Wesener, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Tausendfüßer beißen und stechen nicht." In Häusern verendeten sie nach wenigen Tagen wegen Trockenheit und Futtermangels.

Mit Blick auf Fotos der Melsbacher Tausendfüßerplage ergänzte der promovierte Biologe: "Das ist verrückt. Das ist der Gewächshaus-Tausendfüßer" (Oxidus gracilis). Diese ursprünglich nur in Südostasien heimische Art lebe allein in wärmeren Ländern im Freien. Ansonsten seien sie aber weltweit in Gewächshäusern eingeschleppt.

Mit dem Klimawandel habe die Tausendfüßerinvasion in Melsbach nichts zu tun, weil sie normalerweise in Deutschland draußen keinen Winter mit auch nur einem einzigen Tag Frost überlebten. Die Tierchen in Melsbach hätten womöglich an einem nahen Mulchplatz oder einem anderen geschützten Ort überwintern und sich stark vermehren können. Wesener betonte, an sich seien Tausendfüßer nützliche Tierchen, die wie Regenwürmer abgestorbenes Holz und Laub in Humus verwandelten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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