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Jetzt wird gebaggert: Startsignal für die Elbvertiefung

Wedel  

Jetzt wird gebaggert: Startsignal für die Elbvertiefung

23.07.2019, 14:18 Uhr | dpa

Jetzt wird gebaggert: Startsignal für die Elbvertiefung. Elbvertiefung

Der Saugkopf des Baggerschiffes "Bartolomeu Dias" wird in die Elbe gesenkt. Foto: Daniel Reinhardt/Archiv (Quelle: dpa)

Die Saugbagger sind seit Dienstag bei der Arbeit. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Vertreter des Hamburger Senats und der Wirtschaft haben um 13.51 Uhr mit einem Knopfdruck das symbolische Startsignal für die Vertiefung der Elb-Fahrrinne zum Hamburger Hafen gegeben. Daraufhin senkte sich der Saugrüssel des Baggerschiffs "Scheldt River" in die Elbe und begann mit der Arbeit. Nach 17 Jahren Planung und langwierigen juristischen Auseinandersetzungen sei dies ein großer Tag für Hamburg und ein wichtiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit des Hamburger Hafens, hieß es in mehreren Ansprachen anlässlich des Festaktes.

Kritiker der Elbvertiefung, die vielleicht die fröhliche Stimmung getrübt hätten, waren nicht an Bord des Ausflugsschiffes "Hammonia". Die Natur- und Umweltverbände demonstrierten am Anleger im schleswig-holsteinischen Wedel und waren auch am Baggerschiff auf der Elbe mit Booten und Transparenten präsent. Sie sehen das Projekt auch nach ihren verlorenen Schlachten als überflüssig an und befürchten verheerende Auswirkungen für die Naturlandschaft Unterelbe und ihre Pflanzen- und Tierwelt. Die Verbände sind dafür, dass besonders große Schiffe nicht mehr die Elbe hinauffahren, sondern ihre Ladung zum Beispiel in Wilhelmshaven löschen, einem Seehafen mit tiefem Wasser.

"Die Elbvertiefung ist das bestgeprüfte und meistbegutachtete Infrastrukturvorhaben in Deutschland", hielt Scheuer dem entgegen. 13 Klagen und Prozesse seien am Ende rechtskräftig entschieden worden, alle Bedenken der Gerichte ausgeräumt. "Das ist keine Hamburger oder norddeutsche Investition", sagte der Minister. "Hamburg ist auch der größte Exporthafen für Bayern." Hans-Heinrich Witte, der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, wies darauf hin, dass rund 15 Prozent der Gesamtkosten der Elbvertiefung für Umwelt- und Naturschutz ausgegeben würden.

Künftig sollen Schiffe mit einem Tiefgang von 13,50 Meter unabhängig von Ebbe und Flut den Hamburger Hafen erreichen oder verlassen können. Auf der Flutwelle darf der zulässige Tiefgang 14,50 Meter betragen.

Zudem wird die Fahrrinne verbreitert und eine Begegnungsbox für Schiffe bei Wedel gebaut. Damit wird aus einer Einbahnstraße ein Schifffahrtsweg, der in beiden Richtungen befahren werden kann. Insgesamt könnten durch die Elbvertiefung bis zu drei Millionen Container zusätzlich nach Hamburg gelangen, ohne dass die Reedereien mehr Schiffe einsetzen müssten.

Gunther Bonz, der Präsident des Unternehmensverbandes Hafen Hamburg und damit Sprecher der Hafenwirtschaft, fand auch im Rahmen einer eher heiter und harmonisch angelegten Feierstunde die Gelegenheit für mahnende Worte. Die Elbvertiefung sei geplant für Schiffe mit 350 Metern Länge, 47 Meter Breite und 14,50 Meter Tiefe. Ein großes Containerschiff messe aber heute 400 Meter Länge, 60 Meter Breite und erreiche einen Tiefgang von 16 Metern. "Eigentlich müssten wir den Startschuss für das nächste Projekt geben", sagte Bonz.

Die Hafenwirtschaft strebe allerdings stattdessen eine Begrenzung der Schiffsgrößen an. Es sei nicht länger tragbar, dass zugunsten kleiner betriebswirtschaftlicher Vorteile bei den Reedereien die Steuerzahler in Europa immer größere Hafenanlagen und tiefere Zufahrten mit Millionenbeträgen finanzieren müssten. Die aktuelle Elbvertiefung soll 776 Millionen Euro kosten. "Wenn es im Rahmen der Elbphilharmonie bleibt, ist alles gut", sagte Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos).

Bereits seit Beginn des Jahres liefen vorbereitende Arbeiten für die Elbvertiefung. So wurden im Strombett große Deponieflächen für das Baggergut angelegt. Bei dem Projekt, einer der größten Flussbaumaßnahmen weltweit, werden bis zu 40 Millionen Kubikmeter Baggergut bewegt. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2021 abgeschlossen sein.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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