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Polizisten vom Festland helfen im Sommer auf den Inseln aus

Norderney  

Polizisten vom Festland helfen im Sommer auf den Inseln aus

24.07.2019, 05:41 Uhr | dpa

Polizisten vom Festland helfen im Sommer auf den Inseln aus. Insel-Polizist auf Norderney

Christoph Koppe, Polizeihauptkommissar, steht auf einem Steg, der auf eine Aussichtsplattform führt. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv (Quelle: dpa)

Jedes Jahr helfen Polizeibeamte vom Festland auf den ostfriesischen Inseln aus - auch als eine Art vorbeugende Gesundheitsmaßnahme. In diesem Juli ist beispielsweise Polizeihauptkommissar Christoph Koppe aus Hannover vier Wochen lang auf Norderney. Normalerweise leitet er die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen/Region Hannover. Aus gesundheitlichen Gründen habe er sich für den Sommereinsatz auf der Insel beworben, erzählt der 53-Jährige. Auf der Insel arbeitet er im Streifendienst.

Er unterstützt zusammen mit vier anderen Kollegen vom Festland die Polizeidienststelle auf der Ferieninsel. Er habe früher viele Jahre im Streifendienst gearbeitet, sei auch Dienstschichtleiter in einem Revier in der Innenstadt Hannovers gewesen, erzählt Koppe. "Dieser Dienst hier ist nicht vergleichbar mit dem Dienst in einer Großstadt", sagt er - setzt aber hinzu: "Das bedeutet nicht, dass der Dienst hier wesentlich einfacher ist."

Zumal auf der Insel weniger Personal zur Verfügung stehe als auf dem Festland. "Wenn Sie eine körperliche Auseinandersetzung schlichten müssen, dann haben Sie in Hannover wesentlich mehr Einsatzkräfte, die in kurzer Zeit zur Verfügung stehen. Hier sind die Ressourcen beschränkt", sagt er.

Das Straftatenaufkommen unterscheide sich nicht von der Stadt, allerdings seien die Fallzahlen geringer. Auseinandersetzungen, Betäubungsmitteldelikte, Einbrüche - auch auf der Insel bearbeite die Polizei die ganze Bandbreite des Strafgesetzbuches. Der Einsatz der Inselpolizei bei Mord und Totschlag sei aber begrenzt auf "den ersten Angriff": Die Beamten sichern Tatort und Spuren und warten dann auf die Kollegen vom Fachkommissariat vom Festland.

Die Urlauber auf der Insel wollten entspannen, wobei manchmal auch Alkohol im Spiel sei. "Manchmal ist es so, dass sich Streitigkeiten aus Missverständnissen ergeben, und wenn die Polizei als neutraler Dritter hinzukommt und die Sache klärt, sind die Missverständnisse oft geschlichtet."

Die im Vergleich zur alltäglichen Arbeit geringeren Fallzahlen hätten eine wesentliche Folge: "Sie entschleunigen hier", sagt Koppe. Das Arbeiten sei entspannter. "Es wird viel miteinander gesprochen, und es wird auch miteinander gelacht."

In diesem Jahr seien Beamtinnen und Beamte aus ganz Niedersachsen auf den Inseln Baltrum, Borkum, Juist, Langeoog, Norderney und Spiekeroog im Einsatz, sagte die Sprecherin der zuständigen Polizeidirektion Osnabrück, Nadine Kluge-Gornig. Von April bis in den Herbst hinein seien sie durchschnittlich für zwei bis fünf Wochen im Einsatz: "Die Anzahl variiert je nach Touristenaufkommen." In der Ferienzeit sind es auf Norderney fünf Polizistinnen und Polizisten, auf Borkum drei und auf den kleinen Inseln Langeoog und Spiekeroog jeweils einer.

Für die Auswahl der Polizeibeamten, die auf den Inseln unterstützen, gibt es nicht ein pauschales Auswahlverfahren. Jede Polizeidirektion stelle eine gewisse Anzahl an Kolleginnen und Kollegen zur Unterstützung bereit und wähle diese nach eigenen Kriterien aus, sagte Kluge-Gornig. Sollte eine Direktion zu viele Interessenten haben, kann es aber durchaus eine Vorauswahl geben, wobei mitunter auch ein ärztliches Attest entscheidend sein kann.

Aktuell beginnen bereits die Planungen für das kommende Jahr: Bedarf und Zeiträume werden ermittelt, anschließend die anderen Polizeidirektionen im Land informiert, die dann wiederum die Polizistinnen und Polizisten auswählen.

Nach vier Wochen Einsatz auf Norderney freue er sich auch wieder auf sein Zuhause in Hannover, erzählt Koppe. Immer auf der Insel zu leben, sei für ihn keine Alternative. Im Winter gebe es Monate, in denen außer den Einheimischen kaum ein Gast auf der Insel sei - das wäre nichts für ihn.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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