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Kohlekraftwerk ruht seit Monaten wegen niedrigem Strompreis

Hohenhameln  

Kohlekraftwerk ruht seit Monaten wegen niedrigem Strompreis

01.08.2019, 12:35 Uhr | dpa

Kohlekraftwerk ruht seit Monaten wegen niedrigem Strompreis. Kraftwerk Mehrum

Die nächtliche Langzeitbelichtung zeigt das Kohlekraftwerk Mehrum und die angrenzende Stromtrasse. Foto: J. Stratenschulte/Archivbild (Quelle: dpa)

Angesichts des Klimawandels wird das schnelle Aus für Kohlekraftwerke gefordert - bei Hannover steht ein Kraftwerk seit vier Monaten still, weil Kohlestrom für den Betreiber derzeit unwirtschaftlich ist. Grund für den niedrigen Strompreis an der Strombörse sei unter anderem der hohe Anteil von Strom aus regenerativen Energien, sagte ein Sprecher des Kraftwerks Mehrum am Donnerstag. Im Moment sehe die Entwicklung des Strompreises so aus, dass das Kraftwerk Ende August oder im September wieder anfahren werde, sagte die kaufmännische Leiterin Kathrin Voelkner. Auch andere Kohlekraftwerke unterbrächen zeitweise ihre Stromerzeugung, eine Pause von vier Monaten sei aber ungewöhnlich lang.

Vor knapp zwei Jahren hatte der expandierende tschechische Stromriese Energie- und Industrie-Holding (EPH) das kommunale Kraftwerk übernommen. Für die rund 110 Beschäftigten hat die Zwangspause keine Auswirkungen, wie die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung" berichtete. Sie kommen wie gewohnt zur Arbeit, kümmern sich um die Wartung und gewährleisten, dass das Kraftwerk im Bedarfsfall in kurzer Zeit wieder Strom liefern kann. Dies war in den vergangenen vier Monaten zweimal der Fall, als das Kraftwerk zur Spannungserhaltung im Stromnetz kurzzeitig in Betrieb gehen musste, sagte Voelkner.

Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärt, ist es kein besonderes Ereignis, wenn ein Betreiber ein Kraftwerk aus wirtschaftlichen Überlegungen vorübergehend vom Netz nimmt. "Das hat es schon immer gegeben", sagte ein Sprecherin. Meist geschehe dies von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Dabei hänge die Wirtschaftlichkeit von unterschiedlichen Variablen wie den Brennstoffkosten, dem Börsenstrompreis oder den Kosten für CO2-Zertifikate ab. Inwiefern ein Kraftwerk überhaupt vom Netz gehen könne, und sei es auch nur vorübergehend, werde zudem immer von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Dazu zählen der Standort, eine möglicherweise vorhandene Wärmeauskopplung oder die Systemrelevanz eines Kraftwerks.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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