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Greifswalder Bischof sorgt mit Israel-Aussagen für Debatte

Schwerin  

Greifswalder Bischof sorgt mit Israel-Aussagen für Debatte

05.08.2019, 16:02 Uhr | dpa

Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit hat bedauert, mit seinen Äußerungen zum Nahost-Konflikt und zum deutsch-israelischen Verhältnis für Irritationen gesorgt zu haben. "Es ging mir im Rahmen einer persönlichen Darstellung darum, angesichts einer seit Jahrzehnten festgefahrenen Situation im Israel-Palästina-Friedensprozess suchend danach zu fragen, ob es in der Bibel Impulse gibt, die Bewegung ermöglichen könnten", schrieb der Sprengel-Bischof für Mecklenburg und Pommern in einer am Montag verbreiteten Erklärung. Insbesondere liege es ihm fern, "die aus der deutschen Schuld und der christlichen Mitschuld gewachsene Verantwortung für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger Israels oder das Existenzrecht Israels infrage zu stellen", betonte Abromeit.

Einem Bericht des christlichen Nachrichtenportals Idea zufolge hatte Abromeit am vergangenen Donnerstag im thüringischen Bad Blankenburg beim Jahreskongress der Deutschen Evangelischen Allianz von einer "Überidentifikation" der Deutschen mit dem Staat Israel gesprochen. Diese sei Resultat des deutschen Schuldbewusstseins infolge des Holocaust und habe das Beharren auf der Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson werden lassen. Dem Bericht zufolge sprach Abromeit auch von Benachteiligungen der Palästinenser in der Region.

Der Grünen-Bundestagsfraktionsvize Konstantin von Notz kritisierte in der "Welt" die Aussagen Abromeits. Wer das nach der Schoah entstandene besondere Verhältnis Deutschlands zum Staat Israel und zu den Juden infrage stelle, finde sich rasch "in problematischer Gesellschaft" wieder, sagte er. Denn Nationalisten und Revanchisten versuchten, Geschichte und Verantwortung Deutschlands umzudeuten.

Die Leitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland bekräftigte unterdessen ihre Haltung: "Die Nordkirche widerspricht klar und entschieden jeder Form von Antisemitismus. Sie bejaht und unterstützt uneingeschränkt das Existenzrecht und die Sicherheit Israels. Im jüdisch-christlichen Dialog setzt sie sich aktiv für die Versöhnung zwischen Christen und Juden ein. Sie hofft auf eine friedliche Lösung im Nahostkonflikt und unterstützt im Rahmen ihrer Möglichkeiten die damit verbundenen Friedensbemühungen", hieß es in einer Mitteilung von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Bischof Gothart Magaard vom Sprengel Schleswig und Holstein machte deutlich, dass es sich bei den Aussagen Abromeits um eine persönliche Meinungsäußerung und nicht um eine Positionsbeschreibung der Nordkirche handelte.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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