Sie sind hier: Home > Regional >

Mit "Küstenlotterie" Plastik-Problem in den Fokus rücken

Schwerin  

Mit "Küstenlotterie" Plastik-Problem in den Fokus rücken

06.08.2019, 13:56 Uhr | dpa

Mit "Küstenlotterie" Plastik-Problem in den Fokus rücken. Jacqueline Bernhardt

Die Landtagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt aus der Fraktion der Linken. Foto: Jens Büttner/Archivbild (Quelle: dpa)

Nach dem Willen der Linken soll eine erfolgreiche Umweltinitiative zum Meeresschutz aus Norwegen auch auf Mecklenburg-Vorpommern überschwappen. Etwa 50 Gemeinden an der Ostseeküste und in der Seenplatte sollen für eine Teilnahme an der "Küstenlotterie" gewonnen werden, die das Sammeln von Plastikmüll mit Lotteriepreisen honoriert und so auch das Thema Müllvermeidung in den Fokus rückt. "Nur wenn die Menschen wissen, was Plastikmüll anrichten kann, und wenn sie wissen, was für Alternativen es gibt, dann kann ein Umdenken stattfinden. Auch aus diesem Grund möchten wir die "Küstenlotterie" aus Norwegen auf Mecklenburg-Vorpommern übertragen", erklärte die Linke-Landtagsabgeordnete Jacqueline Bernhardt am Dienstag in Schwerin.

Im Rahmen der "Küstenlotterie" werden in Norwegen nummerierte Tüten zum Sammeln von Plastikmüll an Stränden ausgeteilt. Die Nummern der abgegeben Säcke kommen dann in einen Lostopf, aus dem regelmäßig gesponsorte Preise wie Hotelübernachtungen, Segeltörns oder Kochkurse gezogen werden. Einmal jährlich gibt es dann eine Gesamtverlosung mit allen Teilnehmern und einem Hauptgewinn. Im Vorjahr sei dies eine mehrtägige Reise für eine Familie mit einem Schiff auf der Hurtig-Route gewesen, sagte Mitinitiator Sten Helberg.

Nach seinen Angaben haben sich seit dem Start der Initiative im Jahr 2016 in Norwegen 85 Küstenkommunen und sechs in Dänemark angeschlossen. 120 000 Müllsäcke seien ausgegeben und bislang 30 000 voll wieder abgegeben worden. Am aktivsten seien Schüler, etwa 4200 hätten sich bislang beteiligt. "Die Teilnahme ist einfach. Jeder kann mitmachen", sagte Helberg. Hinter der Aktion stehe auch die Idee: "Wer Plastik sammelt, wirft es nicht einfach weg."

Nach Angaben der Linke-Abgeordneten Mignon Schwenke landen jedes Jahr acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. "Wir kennen die Bilder von den riesigen Plastikteppichen im Pazifik. Aber auch die Ostsee ist betroffen", betonte Schwenke. So seien bei behördlichen Kontrollen im Schnitt 64 Müllteile pro 100 Meter Strandabschnitt gefunden worden. "Das ist Müll, der mit bloßem Auge erkennbar ist", betonte die Umweltpolitikerin. Als Mikroplastik lande ein Teil über die Nahrungskette auch beim Menschen. Einer Studie zufolge würden mit jeder Mahlzeit mehr als 100 kleinste Plastikteile aufgenommen, sagte Schwenke.

Die Linke schlägt vor, die Stiftung Umwelt und Natur MV mit der Begleitung eines auf fünf Jahre angelegten Modellprojektes, der fachlichen Beratung und auch der Sponsorenwerbung zu betrauen. Einschließlich der Kosten für die Entsorgung des am Strand gesammelten Mülls seien dafür etwa zwei Millionen Euro nötig, die das Land aufbringen solle. Die Linke werde den Vorschlag in die bevorstehenden Etatberatungen für 2020/2021 einbrigen, sagte Bernhardt und kündigte eine Müllsammelaktion ihrer Fraktion auf Rügen an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal