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Illegal entsorgter Müll: Teuer und ärgerlich

Ingelheim am Rhein  

Illegal entsorgter Müll: Teuer und ärgerlich

13.08.2019, 05:20 Uhr | dpa

Illegal entsorgter Müll: Teuer und ärgerlich. Illegale Müllentsorgung

Illegal entsorgter Müll ist in einem Landschaftsschutzgebiet zu sehen. Foto: Patrick Pleul/Archivbild (Quelle: dpa)

Mal schnell den Sperrmüll im Feld oder das ausgediente Elektrogerät auf dem Rastplatz stehen lassen: Hunderte Tonnen Abfall werden jedes Jahr in Rheinland-Pfalz auf diese Weise illegal entsorgt. In derartigen Fällen muss sich der Kreis um das Problem kümmern; mancherorts werden zusätzlich auch private Müllsammler aktiv. Die Müllsünder zu überführen ist dabei häufig schwierig. Hinweise wie Kontoauszüge, Rechnungen oder Briefe lassen aber immer wieder Rückschlüsse zu, wie eine dpa-Umfrage ergab. Tätern drohen Bußgelder bis zu 5000 Euro.

Allein im KREIS MAYEN-KOBLENZ wurden im vergangenen Jahr 321 Tonnen Müll illegal entsorgt. "Die Abfälle landen im Wald, in Feld und Flur, aber auch in unübersichtlichen Seitenstraßen von Land- und Bundesstraßen sowie auf deren Park- und Rastplätzen", teilte ein Sprecher der Kreisverwaltung mit. Meist handele es sich um Sperrmüll, Verpackungen oder Elektrogeräte. Außerdem würden immer wieder für die Umwelt gefährliche Stoffe illegal entsorgt oder es werde normaler Hausmüll abgeladen.

"Ärgerlich ist, dass es sich bei über 90 Prozent der Ablagerungen um Abfälle handelt, die in unserem System kostenfrei über die regelmäßige Abfuhr oder sonstige Annahmestellen entsorgt werden könnten." Auch ärgerlich: Dem Kreis entstehen nach eigenen Angaben pro Jahr Kosten in Höhe von rund 500 000 Euro, um den Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. Werden im Müll Hinweise wie etwa Kontoauszüge gefunden würde diesen nachgegangen. Auf frischer Tat ertappt werde aber selten jemand.

Ehrenamtliche Helfer und der kreiseigene Abfallwirtschaftsbetrieb räumen regelmäßig im WESTERWALDKREIS auf. Jedes Jahr im Frühjahr werde illegaler Müll aus Wald und Flur beseitigt, teilte die Kreisverwaltung mit. In diesem Jahr seien dabei etwa 85 Tonnen Müll entsorgt worden.

Im DONNERSBERGKREIS taucht auch immer wieder Müll dort auf, wo er nicht hingehört. Was wird dort illegal entsorgt? "Einfach alles", erklärte eine Kreissprecherin und zählte beispielhaft Sperrmüll, Autowracks, Bekleidung, Asbestplatten und landwirtschaftliche Geräte auf. 2018 habe die Beseitigung derartiger Hinterlassenschaften den Kreis rund 16 000 Euro gekostet. Zusätzlich würden die Gemeinden zum Beispiel mithilfe von Vereinen in unregelmäßigen Abständen Müllsammel-Aktionen organisieren.

"Pro Jahr werden höchstens zwei bis drei Personen bezüglich unerlaubten Müllablagerungen ertappt." Wird ein Müllsünder überführt, werde ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Die Kosten für Müllcontainer und die Entsorgung des gesammelten Abfalls übernehme der Kreis. Im vergangenen Jahr seien das zusätzlich rund 3000 Euro gewesen.

Der KREIS SÜDWESTPFALZ musste im gleichen Jahr tiefer in die Tasche greifen: Rund 45 000 Euro kostete dort die Beseitigung der illegalen Abfälle, wie die Verwaltung in Pirmasens mitteilte. Rund 179 Tonnen Müll seien in dem Landkreis entdeckt worden, darunter seien auch fast vier Tonnen asbesthaltiger Müll gewesen, der als gefährlich gilt. Bei Gefahrengut können Bußgelder in Höhe von mehreren Tausend Euro fällig werden. Die Spannweite sei jedoch recht groß. So werden etwa knapp zehn Euro bei kleineren Vergehen wie etwa bei Taschentüchern oder Bananenschalen fällig.

"Bevorzugt werden Abfälle illegal dort abgelagert, wo sich die Leute unbeobachtet fühlen", fasste eine Sprecherin der KREISVERWALTUNG MAINZ-BINGEN die Situation für ihre Region zusammen. Die meisten und größten Ablagerungen gebe es unter anderem im Ober-Olmer Wald und im Lennebergwald. "Aber auch auf öffentlichen Parkplätzen und an Straßenrändern wird der Abfall ungeniert abgeladen."

Eine teure Angelegenheit für den Kreis. Die Verwaltung habe im vergangenen Jahr etwa 120 000 Euro nur für die Entsorgung der illegalen Abfälle ausgegeben. "Etwa dieselbe Summe muss nochmals für die Bergung der Abfälle durch die örtlichen Bauhöfe, Straßenmeistereien und Forstbehörden angesetzt werden."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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