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Statistikamt: rückläufige Fischproduktion in Aquakultur

Schwerin  

Statistikamt: rückläufige Fischproduktion in Aquakultur

16.08.2019, 06:10 Uhr | dpa

Statistikamt: rückläufige Fischproduktion in Aquakultur. Ralf Bochert

Ralf Bochert in der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernd Wüstneck/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Aquakultur in Mecklenburg-Vorpommern ist trotz Forschungs- und Förderprogrammen nach jahrelangem Verharren auf niedrigem Niveau laut Statistikamt zuletzt geschrumpft. Im vergangenen Jahr produzierten 19 Betriebe der Branche zusammen knapp 797 Tonnen Fische in Kreislaufanlagen, Teichen und Becken, wie das Statistische Landesamt in Schwerin mitteilte. Im Jahr zuvor waren es demnach 1130 Tonnen gewesen, 2016 rund 1100 Tonnen und im Jahr 2015 rund 1170 Tonnen.

Das Agrarministerium reagierte überrascht. "Uns ist ein derart drastischer Rückgang in der Erzeugung der Aquakultur nicht bekannt", erklärte Edgar Offel von der Pressestelle. Das Statistikamt verteidigte seine Erhebung. Man sei um Vollständigkeit bemüht und nutze unter anderem Daten der Tierseuchenkasse, um möglichst alle Betriebe der Branche zu ermitteln und in die Statistik einzubeziehen, sagte der zuständige Dezernent Thomas Hilgemann.

Neben den 19 Betrieben mit Fischzucht in Aquakultur gibt es dem Amt zufolge in MV außerdem vier Betriebe, die sich mit Krebstieren beschäftigen. Ihr Produktion erreichte im vergangenen Jahr 195 Kilogramm, wie es hieß.

Der Präsident des Landesverbandes der Binnenfischer, Ulrich Paetsch, ist nicht überrascht. Er sieht den Hauptgrund für das bisherige Ausbleiben des erhofften großen Booms in zu geringen Verdienstmöglichkeiten. Fisch in Anlagen sei im Ausland viel billiger zu produzieren als in Deutschland mit seinen hohen Löhnen und Umweltauflagen, sagte er. Und der Kunde lege letztlich Wert auf den Preis. Wer zum Beispiel Zander in Aquakultur züchten wolle, habe 7 bis 8 Euro Produktionskosten für jedes Kilogramm. "Da kriegt man das aus dem Ausland schon filetiert." Manchem Betrieb gelinge es, eine Nische zu besetzen und mit Direktvermarktung zu leben. Aber eine mittelgroße Produktion rechne sich in vielen Fällen nicht.

Vergleichsweise gute Erfahrungen seien mit Welsen gemacht worden, sagte Paetsch weiter. Die technischen Voraussetzungen für ihre Zucht in Anlagen seien nicht so groß wie zum Beispiel beim Zander. Ein aktuelles Forschungsvorhaben an der Universität Rostock widmet sich dem Afrikanischen Raubwels. Bis zum Jahr 2023 wird das Projekt mit 3,1 Millionen Euro von Land und EU unterstützt. Ermittelt werden sollen die besten Aufzuchtbedingungen in den unterschiedlichen Wachstumsstadien.

Das Agrarministerium will weiterhin die Aquakultur voranbringen. Das Ministerium führe Gespräche mit Investoren über mögliche neue Standorte, sagte Edgar Offel. Darüber hinaus gebe es eine Reihe von Forschungsprojekten zur Verbesserung der Technologien der Aquakultur, zum größten Teil in Zusammenarbeit mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Die Fischproduktion in Aquakultur ist weltweit einer der am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweige der Nahrungsmittelerzeugung - nicht aber in Deutschland. Die deutsche Aquakulturproduktion deckt mit 0,4 Prozent nur einen Bruchteil der Nachfrage ab, wie Agrarminister Till Backhaus (SPD) jüngst sagte. Die Aquakulturbranche wächst vor allem in Asien, aber auch in Norwegen, wo Lachse gezüchtet werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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