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Friedensreferent sieht auch Chancen bei Abzug von US-Truppen

Büchel  

Friedensreferent sieht auch Chancen bei Abzug von US-Truppen

17.08.2019, 09:34 Uhr | dpa

Ein möglicher weiterer Abzug von US-Truppen aus Deutschland kann aus Sicht des Friedensreferats im Bistum Mainz auch Chancen bieten. Dabei müssten die bisherigen Erfahrungen mit der Konversion von militärischer zu ziviler Nutzung in Rheinland-Pfalz beachtet werden, sagte der Leiter des Referats Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden, Alois Bauer, der Deutschen Presse-Agentur. Kürzlich sprach der US-Botschafter in Berlin, Richard Grenell, von einem Teilabzug der US-Truppen aus Deutschland. Die Bundesrepublik ist das Land, in dem mit Abstand die meisten US-Truppen in Europa stationiert sind.

"Ich weiß, dass da Tausende von Arbeitsplätzen dran hängen", sagte Bauer. Daher müssten wie bei früheren Konversionsprojekten andere Arbeitsplätze entwickelt werden. "Wenn man sich zu sehr auf die weitere Präsenz von US-Truppen verlässt, muss doch auch gefragt werden, wie zukunftsfähig solche Strukturen für Rheinland-Pfalz sind, die allein von Entscheidungen in Washington und globalen Entwicklungen abhängen."

Aus ethischen Gründen müsse auch eine Auflösung des Stützpunkts Ramstein in den Blick genommen und der Abzug von US-Atomwaffen auf dem Stützpunkt Büchel gefordert werden, sagte Bauer. Dies sei zumindest seine persönliche Meinung. "Momentan scheint dies noch unrealistisch zu sein. Aber wenn es doch dazu kommt, ist es wichtig, die Erfahrungen aus bisherigen Konversionsprozessen zu nutzen."

Rheinland-Pfalz pflege eine partnerschaftliche Beziehung zu den Streitkräften im Land, so auch zu den US-Streitkräften, sagte dazu eine Sprecherin des Innenministeriums. "Land und Kommunen sind engagiert, ein positives deutsch-amerikanisches Miteinander in den Regionen um die großen US-Standorte zu gestalten." Insbesondere in den ländlichen Bereichen komme diesen auch eine wirtschaftliche Bedeutung zu. Eine wichtige Erfahrung aus den Konversionen der 1990er und 2000er Jahre sei auch, "dass es sich bei solchen Herausforderungen immer um sehr individuelle Einzelkonstellationen handelte, die seitens des Landes nicht pauschal, sondern in enger Abstimmung mit dem Bund, den Kommunen und weiteren Akteuren vor Ort gehandhabt wurden."

Vor dem Mauerfall vor 30 Jahren gab es in Rheinland-Pfalz 24 000 US- und 23 000 Bundeswehrsoldaten. 2015 waren es noch 7143 US- und 8058 Bundeswehrsoldaten.

An regionale Erfahrungen der Vergangenheit knüpft auch die katholische Friedensorganisation Pax Christi an. Der Regionalverband Rhein-Main lädt für Anfang September zu einer Pilgerwanderung auf den Spuren von Hildegard von Bingen ein. "Der Hunsrück ist stark von Militarisierung geprägt gewesen, dann von Konversion und Landflucht", sagte der hauptamtliche Friedensarbeiter von Pax Christi, Daniel Untch. "Diesen Erfahrungen wollen wir am 7. September nachgehen."

Schon vorher, am 1. September, dem Jahrestag des Kriegsbeginns 1939, starten Pax Christi, das Bistumsreferat Weltmission/Gerechtigkeit und Frieden, das Zentrum Ökumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie weitere Organisationen die ökumenische Aktion "Wanderfriedenskerze". Dabei wird bis zum Buß- und Bettag am 20. November an vielen Orten in Hessen und Rheinland-Pfalz eine Kerze mit einem Begleitbuch weitergetragen, in das die Teilnehmer von rund 200 Veranstaltungen ihre Gedanken und Gebete eintragen. Das Motto in diesem Jahr lautet "hibakusha: Leiden - Bombe - Mensch" und thematisiert die zivile wie militärische Nutzung der Atomkraft vom Uranabbau bis zu Atombomben.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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