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Frühe Weinlese in Sachsen: Winzer ernten die ersten Trauben

Radebeul  

Frühe Weinlese in Sachsen: Winzer ernten die ersten Trauben

19.08.2019, 06:07 Uhr | dpa

Frühe Weinlese in Sachsen: Winzer ernten die ersten Trauben. "Solaris"-Trauben

Ein Eimer mit den ersten Trauben der Sorte "Solaris" steht im Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Foto: Jan Woitas/Archivbild (Quelle: dpa)

In Sachsen steht die Weinlese bevor. "Wir werden in den nächsten beiden Wochen mit den zeitigen Sorten wie Solaris beginnen", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Weinbauverbandes Sachsen, Felix Hößelbarth, der Deutschen Presse-Agentur. Aber auch Sorten wie Müller-Thurgau könnten schon Anfang September gelesen werden. "Wir stellen uns auf einen zeitigen Erntebeginn ein."

Hinsichtlich der Qualität zeigte sich Hößelbarth optimistisch, einen guten Jahrgang einzufahren. So hätten etwa Pilzkrankheiten kaum eine Rolle gespielt. "Wenn es geregnet hat, war es danach schnell wieder trocken und warm." Was die Erntemenge angeht, seien Prognosen schwierig. Das zweite Jahr in Folge sei die Trockenheit ein großes Thema gewesen. "Wenn auch nicht so extrem."

Am Montagmorgen sollten die ersten Solaris-Trauben auf Schloss Wackerbarth gelesen werden. Wegen der Regenfälle musste der Erntebeginn allerdings verschoben werden. Zu den Tagen des offenen Weingutes am 24. und 25. August soll aber der erste Federweißer ausgeschenkt werden, so Sprecher Martin Junge. Rebsorten wie Goldriesling und Frühburgunder stehen Ende August an. Regelmäßig werden derzeit Traubenproben entnommen, um den richtigen Lese-Zeitpunkt zu bestimmen.

Gibt es einen goldenen Herbst, könnte es in Sachsen einen weiteren Spitzenjahrgang geben, so Junge. Einfach sei das Weinjahr aber nicht gewesen. Um die Reben vor Spätfrösten im April und Mai zu schützen, mussten Hunderte kleine Feuer im Weinberg entzündet werden, Rekord-Hitze im Juni machte die zusätzliche Bewässerung von Junganlagen nötig.

Bewässerung sei ein großes Thema für die Winzer im Elbtal, so Hößelbarth. "Vor allem in der Steillage muss man sich Gedanken machen, wie man das Wasser zu den Reben bringt." Zwar gebe es im Freistaat mittlerweile ein Förderprogramm zur Tropfen-Bewässerung. Allerdings stelle sich die Frage, wo man in Trockenzeiten Wasser herbekomme. Die älteren Reben mit ihren tiefen Wurzeln seien von der Trockenheit nicht so massiv betroffen. Vereinzelt habe es jedoch Hagelschäden gegeben - etwa im Juli in der Region um Meißen.

Der Hagel hat vor allem die Proschwitzer Weinhänge getroffen. "Den genauen Schaden kann man noch nicht absehen, es wird aber zu erheblichen Ertragsausfällen ‎kommen", so Alexandra Prinzessin zur Lippe vom Weingut Schloss Proschwitz. Zunächst wird bis Ende der Woche in der Lage "Kloster Heilig Kreuz" mit der Lese des Frühburgunders begonnen. Die Trauben blieben vom Hagel weitgehend verschont. "Wir erwarten insgesamt sehr schöne Qualitäten in diesem Jahrgang‎."

Nach wie vor werden in Sachsen mit gut 80 Prozent vor allem weiße Rebsorten angebaut. Eine Sortenverschiebung aufgrund des Klimawandel gibt es bisher nicht. Würden Flächen aber neu bepflanzt, überlegten die Winzer genau, für welche Weinsorten sie sich entscheiden. "Wohin geht der Trend, wohin die klimatische Bedingung?", so Hößelbarth vom Weinbauverband. Die Entscheidung sei heute schwieriger als noch vor zehn Jahren.

Ein ausgereifter Spätburgunder etwa brauche viel mehr Sonne für Reife und Mostgewicht. "Das ist in Jahren wie diesen realistischer als noch vor zehn Jahren." Auf der anderen Seite gelten die leichten, sogenannten Cool-Climate-Weine als Sachsens Aushängeschild. Solche zarten Weine mit feiner Frucht und wenig Alkohol lassen sich in sonnenverwöhnten und trockenen Jahren schwerer herstellen.

Mit gut 490 Hektar Rebfläche - einschließlich der
zum Anbaugebiet gehörenden kleinen Flächen in Brandenburg
und Sachsen-Anhalt - zählt Sachsen zu den kleinsten der
13 deutschen Weinanbaugebiete. Mehr als 2000 Kleinwinzer gibt es in der Region, 35 Betriebe kümmern sich hauptberuflich um den Weinanbau.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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