Sie sind hier: Home > Regional >

Wiederaufbau der Garnisonkirche: Künstler fordern Umdenken

Potsdam  

Wiederaufbau der Garnisonkirche: Künstler fordern Umdenken

19.08.2019, 12:24 Uhr | dpa

Wiederaufbau der Garnisonkirche: Künstler fordern Umdenken. Erste Ziegel für den Turm der Garnisonkirche

Ziegelstein sind vor der nachgebildeten Fassade der früheren Garnisonkirche zu sehen. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv (Quelle: dpa)

Künstler, Wissenschaftler und Architekten haben ein Umdenken beim Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche gefordert. Das Projekt ziehe keinen deutlichen Trennstrich zu Kaiserreich und Nationalsozialismus und knüpfe kritiklos an die Geschichte der Kirche als zentralen Identitätsort in der NS-Zeit und der Zeit der deutschen Kolonialkriege an, heißt es in einem Offenen Brief unter anderen an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Zu den Unterzeichnern gehören die Künstler Thomas Demand, Monika Bonvicini, Hans Haacke und Klaus Staeck, der Kunstsammler Harald Falckenberg, der Historiker Manfred Gailus, der Galerist Kasper König sowie die Architekten Peter Kulka, Matthias Sauerbruch und Philipp Oswalt. Der Brief ist auch an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert gerichtet.

In der Erklärung wird der Abriss des 1991 gestifteten Glockenspiels mit seinen "revisionistischen, rechtsradikalen und militaristischen Widmungen" gefordert. Bei dem Nachbau der Kirche sollte auf eine Nachbildung des Waffenschmucks verzichtet werden. In Kuratorium und Beirat der Kirchenstiftung sollten auch Vertreter von Menschrechtsorganisationen aufgenommen werden.

Der Turm der Garnisonkirche wird derzeit wieder aufgebaut. Die DDR-Führung hatte das Gotteshaus 1968 sprengen lassen. Die Stiftung will im Neubau den Geist der Versöhnung und des Friedens pflegen. Kritiker erinnern auch an den "Tag von Potsdam", als am 21. März 1933 Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler vor der Garnisonkirche die Hand reichte.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal