Sie sind hier: Home > Regional >

Gespräch mit Jugendlichen: Kalbitz nennt Schüler verblendet

Potsdam  

Gespräch mit Jugendlichen: Kalbitz nennt Schüler verblendet

19.08.2019, 14:52 Uhr | dpa

Gespräch mit Jugendlichen: Kalbitz nennt Schüler verblendet. Andreas Kalbitz (AfD)

Andreas Kalbitz, AfD-Spitzenkandidat bei der Landtagswahl in Brandenburg. Foto: Christoph Soeder (Quelle: dpa)

Brandenburgs AfD-Spitzenkandidat Andreas Kalbitz hat einem Schüler in einer Diskussionsrunde Verblendung vorgeworfen. Der AfD-Landesvorsitzende antwortete am Montag auf die Frage eines Jugendlichen, was er von Thüringens AfD-Landeschef Björn Höcke halte, der nach Ansicht des Schülers "ziemlich offen ein Nazi" sei: "Tut mir leid, dass Sie da so verblendet sind durch die Dauerrotlichtbestrahlung, die Sie medial an der Schule bekommen." Am 1. September wird ein neuer Landtag gewählt, Brandenburg wird derzeit rot-rot regiert.

Höcke sei "kein Nazi", sondern stehe "fest auf dem Boden der freiheitlich-demokratischen Grundordnung", sagte Kalbitz. Höcke ist Gründer des rechtsnationalen "Flügels" in der AfD, zu dem auch Kalbitz gezählt wird.

Der Brandenburger AfD-Chef bezeichnete zudem die Klimaaktivistin Greta Thunberg als "zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen". Zum Schutz der heimischen Insekten und Vögel will Kalbitz keine Windräder mehr fördern. Eine Schülerin entgegnete ihm, durch Glasscheiben kämen deutlich mehr Vögel ums Leben als durch Windräder.

Fünf Schüler debattierten in Potsdam mit den Spitzenkandidaten der bisher im Brandenburger Landtag vertretenen Parteien (SPD, Linke, CDU, AfD und Grüne). Die Politiker vertraten dabei die Pro-Meinung zu einem von ihnen selbstgewählten Thema, je ein Jugendlicher nahm die Gegenposition ein. Die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren sind frühere Landessieger des Bundeswettbewerbs "Jugend debattiert".

"Wir retten in der Lausitz nicht die Welt und auch nicht Klimaziele", entgegnete ein Schüler auf die Forderung von Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher, früher als vorgesehen aus der Braunkohle auszusteigen. Strukturwandel brauche Zeit. "Wir haben diese Zeit nicht mehr", entgegnete Nonnemacher. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) stellte sich dem Thema Ausbau erneuerbarer Energien. Eine Schülerin erinnerte daran, dass ein Konzept nötig sei, damit die Strompreise nicht steigen.

Auch bei den Debatten über Bildungsthemen hatten die Schülerinnen schnell Argumente parat: Ein Schulstarterpaket für jeden Erstklässer - wie von CDU-Landeschef Ingo Senftleben gefordert - löse das Problem der Bildungsgerechtigkeit nicht. Es sei reine "Symbolpolitik", sagte eine Schülerin. Auf den Vorschlag von Linksfraktionsvizechefin Kathrin Dannenberg, das bisherige Notensystem abzuschaffen, sagte eine Schülerin, schriftliche Rückmeldungen statt Noten seien keine Lösung für das Bildungsproblem. Lehrer hätten dann noch weniger Zeit für ihre Schüler.

Durch ihre konkreten Nachfragen und Argumente brachten die Jugendlichen die Spitzenkandidaten mehr als einmal in Erklärungsnot. Zwölf Minuten dauerten die Debatten jeweils, ein Zeitrichter achtete auf die Einhaltung der Redezeit, an die sich die Schüler konsequent hielten - die Politiker nicht immer.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal