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Mehrheit der Parteien will längeres gemeinsames Lernen

Dresden  

Mehrheit der Parteien will längeres gemeinsames Lernen

21.08.2019, 19:53 Uhr | dpa

Mehrheit der Parteien will längeres gemeinsames Lernen. Die Spitzenkandidaten sitzen in der ersten Reihe

Die Spitzenkandidaten der aussichtsreichsten Parteien. Foto: Robert Michael (Quelle: dpa)

Die großen Parteien in Sachsen wollen mehrheitlich ein längeres gemeinsames Lernen in der Schule. Bei einem Forum zur Landtagswahl sprachen sich am Mittwochabend in Dresden die Spitzenkandidaten von Linken, SPD, Grünen und der AfD für eine Gemeinschaftsschule aus. Lediglich CDU-Landeschef und Regierungschef Michael Kretschmer lehnte das komplett ab. Der FDP-Vorsitzende Holger Zastrow äußerte zwar Sympathien für dieses Modell, warnte allerdings davor, das bestehende System mit Grundschule, Oberschule und Gymnasium zu kippen.

"Es gibt einen inneren und äußeren Sanierungsfall im Bildungswesen", sagte SPD-Parteichef Martin Dulig. Es gehe nicht darum, die Schulstruktur über den Haufen zu werfen, sondern darum, sie weiterzuentwickeln. "Niemand will das Schulsystem auf den Kopf stellen, wir wollen eine zusätzliche Option", sagte Linke-Chef Rico Gebhardt und forderte die Union auf, ihre "Scheuklappen" bei diesem Thema abzunehmen. Lehrerinnen und Lehrer sollten gemeinsam mit den Eltern und Schülern entscheiden, welche Schulform die beste sei, sagte Katja Meier, Spitzenkandidatin der Grünen.

SPD, Linke und Grüne machen sich seit langem für ein Bündnis "Gemeinschaftsschule in Sachsen" stark. Diese Schulform soll nach dem Wunsch der Parteien als Option ins Schulgesetz aufgenommen werden - wenn Eltern, Lehrer und Schüler das vor Ort wollen.

Ein von SPD, Linken und Grünen mitgetragenes Bündnis sammelte mehr als 50 000 Unterschriften und nahm so die Hürde für einen Volksantrag. Nun hat sich der am 1. September zu wählende Landtag damit zu befassen. Dulig äußerte die Überzeugung, dass die Gemeinschaftsschule in der vorgeschlagenen Form auf jeden Fall komme. Kretschmer sicherte zu, nach der Landtagswahl über das Thema zu reden.

Zweites Thema des Abends war die Sicherheit. Hier gingen die Vorstellungen über die Bekämpfung der Kriminalität zum Teil weit auseinander. Linke und Grüne bezweifelten beispielsweise, dass eine stärkere Videoüberwachung ein taugliches Mittel ist. Der sächsische AfD-Vorsitzende Jörg Urban forderte eine konsequentere Abschiebung ausländischer Straftäter. FDP-Spitzenkandidat Zastrow bezeichnete die deutsche Migrationspolitik als falsch und sprach sich gleichfalls für mehr Abschiebungen aus. Dulig erklärte, es würden oft die falschen Leute abgeschoben - Menschen, die bereits gut integriert seien.

Eine Gesprächsrunde zu Problemen des ländlichen Raumes schloss die "Elefantenrunde" ab. Linke-Chef Gebhardt forderte unter anderem Hilfen für Dorfläden. Man habe in den vergangenen 18 Monaten für den ländlichen Raum alles mobilisiert, was möglich gewesen sei, entgegnete Kretschmer und warnte davor, ein desaströses Bild vom Leben auf dem Lande zu zeichnen. Er kündigte einen "Daseinscheck" für die Provinz an, um Lücken in der Versorgung aufzudecken.

Bei einer aktuellen Wahlumfrage lag die CDU am Mittwoch in Sachsen mit 28 Prozent der Stimmen zwei Prozentpunkte vor der AfD. Dahinter rangierten die Linken (16), die Grünen (13), die SPD (8) und die FDP (5).

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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