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Klimawandel macht höhere Deiche an der Unterelbe nötig

Stade  

Klimawandel macht höhere Deiche an der Unterelbe nötig

29.08.2019, 06:08 Uhr | dpa

Klimawandel macht höhere Deiche an der Unterelbe nötig. Elbdeich

Ausflügler stehen auf einem Deich an der Elbe. Foto: Axel Heimken/Archivbild (Quelle: dpa)

Weil im Zuge des Klimawandels der Meeresspiegel steigt, werden auch an der Elbe für die kommenden Jahrzehnte höhere Sturmfluten erwartet. Um denen standzuhalten, müssen viele Deiche an der Unterelbe erhöht werden; betroffen sind die Anrainerländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Doch Deichbau ist eine komplizierte, langwierige und teure Angelegenheit.

"Wegen des großen Bauvolumens werden mehrere Jahrzehnte vergehen, bis alle Deicherhöhungen abgeschlossen sind", heißt es beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Die Behörde mit Hauptsitz in Norden macht für Niedersachsen die Vorgaben bei der Erhöhung. 102 Kilometer lang von der Kugelbake in Cuxhaven bis zur Landesgrenze mit Hamburg ist der niedersächsische Deichabschnitt an der Unterelbe. Insgesamt ist die Nordseeküstenlinie des Landes 1300 Kilometer lang.

Von 35 Jahren Bauzeit sprachen NLWKN-Experten am Donnerstag bei einer Konferenz von Landräten, Bürgermeistern und den Deichverbänden an der Unterelbe in Stade. Der Landrat des Kreises Stade, Michael Roesberg (parteilos), machte Druck. "Das Verfahren muss schnell beginnen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Hinter unseren Elbdeichen wohnt eine halbe Million Menschen." Es gebe keinen Plan, falls die befürchtete Supersturmflut schon in einigen Jahren kommt, sagte er.

Nach Roesbergs Angaben stellte der NLWKN in Stade die Entwürfe neuer Bestickhöhen vor. Das ist die Höhe einzelner Deichabschnitte. Sie variiert, je nachdem wie stark diese Deiche dem Sturm und damit den Wellen ausgesetzt sind. Der Landrat forderte, die Behörde solle die neuen Höhen rasch verbindlich festsetzen.

Bei der Prognose künftiger Sturmfluten gehen die Experten vom schlimmstmöglichen Fall aus. Was ist, wenn das Normalhochwasser verstärkt wird durch eine Springtide bei Vollmond oder Neumond? Und dazu ein Orkan aus Nordwest Wassermassen in die trichterförmige Elbmündung schiebt? Schließlich sind noch einmal 50 Zentimeter Klimazuschlag für die kommenden 100 Jahre hinzugerechnet worden.

Eine grundlegende Neuberechnung hat die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) für die drei Bundesländer erstellt. Für Niedersachsen teilte der NLWKN daraufhin mit: "Alle Deiche an der Unterelbe sind höher als der Bemessungswasserstand." Aber bei extremem Wellenschlag könne es auf 50 Kilometer Länge "ein Unterbestick von mehr als 50 Zentimeter" geben. "Daher besteht dort ein dringender Nacherhöhungsbedarf." Als Extremfall wurde in Stade ein Deichabschnitt genannt, bei dem 1,70 Meter fehlen.

Die Festsetzung der Deichhöhen ist nur ein erster Schritt. Danach ist für jeden Abschnitt ein Planfeststellungsverfahren notwendig, also eine Baugenehmigung. Finanziert wird der Küstenschutz vom Bund und den Ländern. In Stade wurden Summen von 220 Millionen Euro für die Erhöhung der Deiche an der Unterelbe und weiteren 200 Millionen für die Erhöhung der Sperrwerke genannt. Bauträger bei diesen Projekten sind die jeweiligen Deichverbände. Das sind Selbstverwaltungskörperschaften der Kommunen, die am Deich liegen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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