Sie sind hier: Home > Regional >

Gutachter: Mutmaßlicher Mörder Marias in die Psychiatrie

Stralsund  

Gutachter: Mutmaßlicher Mörder Marias in die Psychiatrie

29.08.2019, 15:11 Uhr | dpa

Gutachter: Mutmaßlicher Mörder Marias in die Psychiatrie. Prozess im Mordfall der schwangeren Maria

Der 19-jähriger Angeklagte (2.v.l.) verbirgt im Gerichtssaal im Landgericht sein Gesicht. Foto: Stefan Sauer (Quelle: dpa)

Im Prozess um den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz gegen zwei 19- und 21-jährige Männer hat ein Gutachter die Unterbringung des jüngeren Angeklagten in einer psychiatrischen Klinik empfohlen. Ihn zeichne eine extrem hohe künftige Gefährlichkeit aus, begründete der Psychiater am Donnerstag im Landgericht Stralsund seinen Vorschlag für den sogenannten Maßregelvollzug. Dieser Vollzug ist laut Gesetz generell unbefristet, eine Entlassung wird von Ärzten in regelmäßigen Abständen geprüft.

Bei dem Mann sei ein völliger Mangel an Empathie festzustellen, sagte der Psychiater. Er sei extrem aggressiv und impulsiv. "Das sind Leute, um die man sich Sorgen machen muss."

Eines der besonderen Merkmale des 19-Jährigen sind laut Gutachter dessen Tätowierungen. So hat er sich den Namen seiner Tochter über das rechte Auge tätowieren lassen. Noch auffälliger sei jedoch das Kreuz auf der linken Wange. Dies habe er für seine beste Freundin getan, habe er in einem der Gespräche gesagt, berichtete der Gutachter. Auf Nachfrage, wer das sei, habe er geantwortet: "Maria".

In diesem Augenblick brach es aus der Mutter Marias heraus: "Ich kann nicht mehr", schrie sie unter Tränen und mit einem schmerzhaft verzerrten Gesicht. "Das ist doch abartig." Dann verließ sie für kurze Zeit den Gerichtssaal.

Einen Angeklagten wie den 19-Jährigen hätte er in seiner 22-jährigen Gutachtertätigkeit noch nicht erlebt, sagte der Psychiater. Er begründete dies unter anderem mit dessen Aussage, dass er ein solches Verbrechen wieder begehen würde. "Das Motiv des Töten-Wollens findet man extrem selten."

Die Gutachterin des zweiten Angeklagten sah bei diesem dagegen keine Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eingeschränkte Steuerungsfähigkeit. "Er hätte anders handeln können."

Die Staatsanwaltschaft wirft den Männern vor, die 18-Jährige heimtückisch und aus Mordlust getötet zu haben. Sie wollten laut Staatsanwaltschaft einen Menschen sterben sehen und hatten sich dafür Mitte März die schwangere Maria ausgesucht. Täter und Opfer waren befreundet. Maria wurde laut Aussage des jüngeren Angeklagten ausgewählt, weil sie alleine wohnte. Beide Täter waren bei der Tat stark betrunken, es habe bei beiden aber keine wesentlichen Handlungseinschränkungen vorgelegen, sagten die Gutachterin.

Am ersten Prozesstag hatte der 19-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt und die Schuld weitgehend auf sich genommen. Danach habe er das Verbrechen geplant und in die Tat umgesetzt. Der Mitangeklagte habe nur die Beine des Opfers festgehalten. Dies bestritt der 21-Jährige. Am dritten Verhandlungstag hatte der Jüngere seine Aussage revidiert und den anderen der Mittäterschaft beschuldigt.

Eine Rechtsmedizinerin sagte am Donnerstag jedoch, dass im unteren Bereich der Hose Marias auch DNA-Spuren des älteren Angeklagten gefunden worden seien. Es handele sich dabei um eine Spur von mehreren Menschen, eine sogenannte Mischspur. Der Staatsanwalt wertete die DNA als "schweres Indiz" dafür, dass der Ältere Maria während der Tat an den Beinen festgehalten haben könnte.

Der Prozess wird am kommenden Montag mit den Plädoyers fortgesetzt. Das Urteil soll am Freitag kommender Woche fallen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: