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Mordverdacht gegen Pfleger: Konsequenzen gefordert

Saarbrücken  

Mordverdacht gegen Pfleger: Konsequenzen gefordert

30.08.2019, 19:53 Uhr | dpa

Angesichts der Ermittlungen gegen einen Krankenpfleger wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs im Saarland fordern Patientenschützer weitreichende Konsequenzen. "Für alle Einrichtungen braucht es eine unabhängige und externe Anlaufstelle, bei der anonyme Hinweisgeber verdächtige Vorkommnisse melden können", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, in der Nacht zum Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Auch eine "lückenlose, standardisierte und elektronische Kontrolle der Medikamentenausgabe" sei notwendig sowie verbindliche amtsärztliche Leichenschauen. "Es wird Zeit, dass in allen Ländern endlich Schwerpunktstaatsanwaltschaften und zentrale Ermittlungsgruppen für Delikte in Pflege und Medizin eingerichtet werden", betonte Brysch.

Die Staatsanwaltschaft Saarbrücken hatte am Freitag von Ermittlungen gegen einen 27-Jährigen wegen fünffachen Mordes und zweifachen Mordversuchs berichtet. Die Taten sollen sich zwischen März 2015 und März 2016 im Saarland ereignet haben. In dieser Zeit sei der Pfleger in der SHG-Klinik Völklingen beschäftigt gewesen. Er soll Patienten nicht verordnete Notfallmedikamente gegeben haben, um sie in Lebensgefahr zu bringen. Anschließend habe er versucht, sie zu reanimieren.

Der Fall weckt Erinnerungen an die Mordserie des Krankenpflegers Niels Högel. Das Landgericht Oldenburg hatte ihn am 6. Juni wegen 85-fachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Högel war bereits zuvor zweimal verurteilt worden.

Es gelte, die Schwächsten in der Gesellschaft zu schützen, sagte Brysch. "Nicht die Pflege macht Menschen zu Mördern. Doch nirgendwo ist Morden so einfach wie in der Pflege." An Pflegeeinrichtungen und Kliniken appellierte der Patientenschutz-Experte, eine offene Fehlerkultur zu entwickeln. Um Täter abzuschrecken, "muss in Kliniken und Heimen eine Kultur des Hinschauens gelebt werden". Auch Bund und Länder müssten endlich Konsequenzen ziehen, um Einzeltäter in Zukunft schneller zu stoppen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat sich der Mann zunächst nicht zu den Vorwürfen geäußert. Einem Sprecher zufolge gab es am Samstag keine neuen Erkenntnisse zu dem Fall, über den zuerst der Saarländische Rundfunk am Freitag berichtet hatte.

Der Mann sitzt laut Staatsanwaltschaft aufgrund eines Urteils des Amtsgerichts Saarbrücken bereits in anderer Sache - wegen Betrugs - in dreijähriger Strafhaft im Gefängnis der Saar-Landeshauptstadt.

Der 27-Jährige war nach Auskunft der Staatsanwalt zuvor in Kliniken in Wiesbaden und Frankfurt beschäftigt. Die Ermittlungsbehörden würden über die neuen Erkenntnisse informiert. Es gebe vorerst keine konkreten Hinweise auf ähnliche Taten in den beiden Städten - das dortige Wirken des Beschuldigten müsse aber geprüft werden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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