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Lagerstätten für Sand vorausschauend planen

Freiberg  

Lagerstätten für Sand vorausschauend planen

03.09.2019, 06:09 Uhr | dpa

Lagerstätten für Sand vorausschauend planen. Oberberghauptmann Bernhard Cramer

Bernhard Cramer, oberster Bergmann im Freistaat Sachsen, steht im Hof des Oberbergamtes in Freiberg. Foto: Jan Woitas/Archivbild (Quelle: dpa)

Sachsen muss auch bei einem anhaltenden Bauboom nicht fürchten, dass der Sand knapp wird - wenn es eine weitreichende Planung dafür vorhält. Um Engpässe bei der Gewinnung von Sand und Kies im Freistaat zu vermeiden, fordert der Sächsische Oberberghauptmann Bernhard Cramer deshalb, vorausschauend zu planen. Das gelte etwa bei der Ausweisung von Baugebieten.

Sachsen habe aufgrund seiner Flusssysteme sehr gute Lagerstätten, die sich jedoch oft in der Nähe sind von bebauten Regionen befinden würden, sagte Cramer in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Es gibt bei der Raumplanung immer die Herausforderung, im Vorhinein schon für die nächsten Jahrzehnte so Lagerstätten vorzusehen und auch zu schützen, dass unser Bedarf an diesem Rohstoff gedeckt werden kann", sagte er.

Nach Angaben aus dem Oberbergamt in Freiberg gibt es in Sachsen rund 150 Betriebe im Bereich Steine und Erden. Zahlreiche dieser Bergbaubetriebe, die bereits zur DDR-Zeiten bestanden oder zur Wendezeit aufgeschlossen wurden, würden nun auskiesen. Die Kies- und Sandgruben müssten vergrößert oder erweitert werden oder bräuchten Neuaufschlüsse.

Sachsens Problem bestehe nicht in einem Mangel an Lagerstätten, sondern in langen Genehmigungsverfahren. "Das Problem besteht auch jetzt schon in Sachsen, dass wir in der Raumplanung Vorsorge treffen müssen, so dass wir auch in 40, 50 Jahren kein Problem haben", sagte Cramer. Wenn man Ruhe vor dem Bergbau haben wolle und deswegen Lagerstätten nicht in der Raumplanung sichere, können man nicht innerhalb von zwei Jahren umregeln, betonte er.

Sand und Kies sind unverzichtbare Rohstoffe unter anderem für die Bauwirtschaft, aber auch bei der Glasherstellung. Die Gewinnung werde jedoch zunehmend als Problem wahrgenommen. Der Abbau von Massenrohstoffen sei immer ein temporärer, sehr massiver Eingriff in die Region, sagte Cramer.

"Es ist oft in der Nähe von bewohnten Bebauungen, wo sie die Probleme haben mit Emission, Lärm, Staub, wo sie bei Festgestein Probleme bekommen mit Erschütterungen durch Festgesteinssprengungen", erläutert der Oberberghauptmann. Steine- und Erdenbergbau werde oft vor allem durch Probleme wahrgenommen, er sei aber wichtig. "Er wird immer gern so ein bisschen links liegen gelassen, wenn man über Bergbau spricht. Aber eigentlich ist das eins der großen Massengeschäfte."

Sand und Kies sind aus Sicht des Oberberghauptmannes unverzichtbar. Darüber würde aber meist nur nachgedacht, wenn es staube oder oder vor der Haustür ein Bagger Kies schaufele. "Man denkt nie darüber nach, wenn man sich im Baumarkt, dass man für drei Euro zehn Liter Kies kaufen kann und nicht für 30", sagte Cramer.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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