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Stade sieht Amtstierärzte in Schlachthof-Skandal entlastet

Stade  

Stade sieht Amtstierärzte in Schlachthof-Skandal entlastet

04.09.2019, 14:56 Uhr | dpa

Stade sieht Amtstierärzte in Schlachthof-Skandal entlastet. Ferkel

Ein Ferkel wird untersucht. Foto: Carmen Jaspersen/Archivbild (Quelle: dpa)

Bei tierquälerischen Schlachtungen kranker Rinder im Landkreis Stade sieht die Verwaltung keine Hinweise auf ein Fehlverhalten amtlicher Tierärzte. Das sagten Kreisvertreter am Mittwoch im Agrarausschuss des Stader Kreistages. Sie hatten seit Anfang April Videos von 56 Stunden Lauflänge zu dem Schlachthof in Düdenbüttel analysiert. Aktivisten der Organisation Soko Tierschutz hatten die Aufnahmen verdeckt angefertigt, um Grausamkeiten bei Transport und Schlachtung der Kühe zu belegen.

Zu sehen war unter anderem, wie bewegungsunfähige Tiere an Ketten auf die Transporter oder von ihnen herunter gezerrt wurden. In Niedersachsen sind in den vergangenen Jahren auch Missstände in Schlachthöfen in Bad Iburg, Laatzen und Oldenburg aufgedeckt worden.

Die kranken Tiere seien gezielt dann in Düdenbüttel angeliefert worden, wenn keine amtlichen Kontrolleure zugegen waren, sagte die zuständige Dezernentin Nicole Streitz. Sie sprach von einem "bestimmten Muster in den Arbeitsabläufen".

Die Tierschützer hatten neben den Landwirten und dem Schlachthof auch die amtlich bestellten Tierärzte für die Missstände verantwortlich gemacht. Das wies Streitz zurück. "Ich habe nirgendwo einen meiner Tierärzte daneben stehen sehen, wenn nicht schlachtfähige Rinder angeliefert wurden", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Der Familienbetrieb in Düdenbüttel ist seit Bekanntwerden der Vorwürfe geschlossen. Er hat nach Angaben des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) seine EU-Lizenz zurückgegeben. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz. Streitz schloss nicht aus, dass aus Düdenbüttel Fleisch verkauft worden sei, das nicht in den Handel hätte gelangen dürfen.

Auf den Soko-Videos konnten den Angaben nach 29 landwirtschaftliche Betriebe identifiziert werden, die Rinder zum Schlachthof abtransportieren ließen. Zehn Höfe lagen im Kreis Stade, zwölf im Kreis Cuxhaven und sieben im Kreis Rotenburg. Für Stade sagte Streitz: "Alle Betriebe, die wir identifiziert hatten, haben wir unangekündigt kontrolliert." In sechs Fällen habe es auch andere Beanstandungen bei der Tierhaltung gegeben.

Ähnliches berichtete die zuständige Kreisrätin Babette Bammann aus dem Nachbarkreis Cuxhaven. "Wir haben richtig Anlasskontrollen auf diesen Höfen gemacht", sagte sie auf Anfrage. Die Kreisveterinärämter können bei neu bekannt gewordenen Verstößen Auflagen machen und Bußgelder verhängen. Bei den auf Video dokumentierten Fällen müssen sie zunächst abwarten, was die Staatsanwaltschaft entscheidet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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