Sie sind hier: Home > Regional >

"Ich hab's verdient": Prügel-Opfer überrascht mit Aussage

Bamberg  

"Ich hab's verdient": Prügel-Opfer überrascht mit Aussage

06.09.2019, 01:33 Uhr | dpa

"Ich hab's verdient": Prügel-Opfer überrascht mit Aussage. Landgericht Bamberg

"Justizbehörden Bamberg" steht an der Außenfassade am Landgericht Bamberg. Foto: Daniel Karmann/Archiv (Quelle: dpa)

Das passiert nicht alle Tage: Ein junger Mann, der auf einer Party verprügelt und schwer verletzt worden ist, hat vor Gericht mit seiner Aussage überrascht. "Ich hab's verdient", sagte das Opfer am Freitag vor dem Landgericht Bamberg. Der Mann wollte auf Nachfrage des Richters weder Schadenersatz noch Schmerzensgeld. Der Vorsitzende Richter bescheinigte ihm eine seltsame Vorstellung von Gerechtigkeit.

Die Angeklagten, zwei 24 und 25 Jahre alte Männer, gaben vor Gericht zu, dem Opfer im Januar in Bamberg Faustschläge und Fußtritte verpasst zu haben. "Es tut mir von Herzen her leid", sagte der Ältere. Auch der Jüngere entschuldigte sich bei dem Opfer.

Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Männern vor, bei einer Geburtstagsfeier den damals 21-Jährigen zunächst mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen zu haben. Später sollen sie so sehr auf ihn eingeprügelt haben, dass er zu Boden ging. Mehrfach sollen sie gegen den Körper und den Kopf des jungen Mannes getreten haben. Die Schläge und Tritte hätten laut Anklage lebensgefährlich sein können. Der Mann erlitt Prellungen und eine Verletzung oberhalb des Auges, er musste im Krankenhaus behandelt werden.

"Ich wollte ihm halt einen kleinen Denkzettel verpassen", sagte der 25-Jährige vor Gericht aus. Er habe dem Opfer Geld geliehen, zudem habe ihm der damals 21-Jährige noch ein bis zwei Flaschen Schnaps geschuldet. Doch dieser habe nur "Ausreden und leere Versprechungen" gemacht. Schulden hatte er den Aussagen zufolge auch bei der damaligen Freundin des anderen Angeklagten: Der junge Mann soll mehrere Monate in ihrer Wohnung gelebt haben, ohne sich finanziell an der Miete oder Einkäufen zu beteiligen.

Alle drei räumten vor Gericht Alkoholprobleme ein. Die beiden Angeklagten seien abhängig, bestätigte ein Gutachter vor Gericht. Er empfahl ihnen eine Therapie. Obwohl sie zum Tatzeitpunkt fast drei Promille intus gehabt hätten, seien sie sich ihrer Tat bewusst gewesen.

Im Prozess sind noch drei Verhandlungstage angesetzt, ein Urteil wird Ende September erwartet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal