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Deutsche Hochseefischer: Furcht vor ungeregeltem Brexit

Bremerhaven  

Deutsche Hochseefischer: Furcht vor ungeregeltem Brexit

06.09.2019, 06:46 Uhr | dpa

Deutsche Hochseefischer: Furcht vor ungeregeltem Brexit. Fischernetze

Fischernetze liegen auf dem Boden. Foto: Ralf Hirschberger/Archivbild (Quelle: dpa)

Die deutsche Hochseefischerei fürchtet sich wie andere Branchen vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Sieben große Trawler deutscher Firmen fischen derzeit auf den Weltmeeren, doch gerade die britischen Gewässer sind wichtige Fanggründe. "Unser Fang an Nordseehering kommt zu 100 Prozent aus der britischen Zone", sagte Uwe Richter, Geschäftsführer der Doggerbank Seefischerei GmbH in Bremerhaven, der Deutschen Presse-Agentur.

"Wir werden ab 1. November nicht mehr in britischen Gewässern fischen können", sagte Richter für den Fall, dass ein Brexit ohne Vertrag mit der EU Wirklichkeit wird. Dagegen bekämen die britischen Fischer dann wesentlich höhere Fangquoten. Deshalb sei die britische Fischindustrie immer eine treibende Kraft für den Brexit gewesen.

Bis zum Jahresende könnten die deutschen Fischer zwar auf Gewässer um Irland oder außerhalb der britischen 200-Meilen-Zone ausweichen. Aber Richter sagte: "Das hätte für uns einen sehr negativen wirtschaftlichen Effekt." Komme keine Einigung mit Großbritannien, könnte es sein, dass deutsche Fangschiffe zeitweise oder ganz aus dem Dienst genommen werden müssten.

Auch die Fischverarbeitung an Land wäre bei einem ungeregelten Brexit betroffen, sagte Richter. Er leitet zugleich die Fischfabrik Euro Baltic in Sassnitz-Mukran auf Rügen: "Wir sind zu 100 Prozent angewiesen auf Hering aus der britischen Zone. Das stellt die Existenz des Werkes in Frage." 250 Jobs bei Euro Baltic seien in Gefahr, ebenso weitere Arbeitsplätze bei kooperierenden Firmen.

Etwas entspannter sähe die Lage bei einem geregelten britischen Ausscheiden aus der EU aus, sagte Richter. Aber auch dann läuft die Zeit. Im Vertrag zwischen London und Brüssel war die Zeit bis Ende 2020 als Übergang bis zum Abschluss eines neuen Fischereiabkommens vorgesehen. Davon sei aber schon ein halbes Jahr verstrichen, sagte Richter, der auch dem Deutschen Hochseefischerei-Verband vorsitzt. "Die Auffassungen über ein künftiges Fischereiabkommen gehen weit auseinander." Von einem solchen Abkommen hänge aber ab, wie weit eine nachhaltige Bewirtschaftung der Fischbestände möglich sein werde.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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