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FAQ  

Wie aus Fußball-Daten automatisch Texte werden

09.09.2019, 10:35 Uhr | Von Martin Hoffmann

Wie bei t-online.de aus Fußball-Daten automatisch Texte werden. Ein Ball liegt auf dem Spielfeld: Wie funktioniert die automatische Erstellung von Fußball-Spielberichten? (Quelle: imago images)

Ein Ball liegt auf dem Spielfeld: Wie funktioniert die automatische Erstellung von Fußball-Spielberichten? (Quelle: imago images)

Einige Spielvorschauen und Spielberichte auf unseren Lokalsportseiten schreibt bei uns kein Redakteur, sondern ein Computerprogramm. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

Wie funktioniert das?

Wenn man ehrlich ist, lesen sich die meisten klassischen Fußball-Spielberichte sehr ähnlich und bestehen aus sehr ähnlichen Phrasen. Trotzdem werden sie von den Nutzern oft tausendfach gelesen. Mit den automatisiert erstellten Berichten aus dem Amateursport versuchen wir nun, einen neuen Weg zu gehen. Um die Texte zu erstellen, arbeiten wir mit dem Dienstleister Sportplatz Media zusammen. Dieser nutzt die Daten von Fussball.de, um daraus automatisiert Texte zu erstellen. Ein Computerprogramm analysiert dafür die vorliegenden Daten auf Besonderheiten und wählt dann aus einer vorgegebenen Auswahl möglicher Formulierungen die jeweils passende aus. Setzt man diese Formulierungen dann hintereinander, ergibt sich so idealerweise ein Spielbericht, der für den Nutzer kaum vom Spielbericht eines Redakteur zu unterscheiden ist. 

Warum schreibt die Texte kein Journalist?

Der Fokus der Medien liegt oft auf dem Sportgeschehen in den oberen Ligen. Spiele in unteren Spielklassen genießen – logischerweise – eine geringere Aufmerksamkeit – auch beim Leser. Es würde sich schlicht nicht lohnen, Redakteure zu den Hunderten Amateurfußballspielen im ganzen Land zu schicken, um sie dann hinterher Texte darüber verfassen zu lassen. Denn meistens sind die Berichte nur für eine kleine Region interessant – und nicht überregional. Die automatisch generierten Texte sind daher eine gute Lösung, um Sie trotzdem über den Amateurfußball zu informieren. Dadurch werden Ressourcen frei, die unsere Redakteure dann wieder in andere Geschichten stecken können. 

Wie wird sichergestellt, dass die Texte auch richtig sind?

Die Texte werden aus Daten generiert, die jeder Verein verbindlich nach seinen Spielen eingeben muss. Darunter sind neben den Torschützen auch Ein- bzw. Auswechslungen, Platzverweise, Gelbe Karten usw. Natürlich können Fehler bei der Eingabe passieren. In den allermeisten Fällen stimmen die Daten aber.

Ein Nachteil dieser Herangehensweise: Gerade im Amateurfußball geschehen immer wieder auch unvorhergesehene Dinge: der Torwart, der sich mit Klappstuhl auf die Linie setzt, der Fan, der per Kopfball auf der Linie den Siegtreffer des gegnerischen Team verhindert oder der Stürmer, der sich beim Torjubel ein Bier schnappt und "auf Ex" wegtrinkt. Diese Ereignisse können von einem Computerprogramm nicht wirklich erfasst und ausgewertet werden.

In der Mehrzahl der Fälle nehmen die Spiele, über die wir berichten, aber einen "ganz normalen" Verlauf. Und ganz ehrlich: Auch Menschen machen Fehler und übersehen die kleinen Anekdoten, die den Amateurfußball so liebenswert machen. 

Wieso macht ihr das eigentlich?

Die automatisiert generierten Spielberichte aus den Amateurligen auf t-online.de sind ein Experiment. Wir wollen Erfahrungen sammeln und werden genau beobachten, wie sich die Qualität der Texte und das Nutzerinteresse daran entwickeln. Denkbar ist dann auch, dass ein ähnliches Prinzip bei anderen Inhalten mit vielen generierten Daten, wie z.B. Wetterberichten oder in der Finanzberichterstattung, angewendet werden könnte – und damit noch mehr Ressourcen frei werden, die wir dann für Recherchen einsetzen können.

Sollten Sie Fragen zu den Artikeln haben oder uns auf eine Fehler hinweisen wollen, schicken Sie einfach eine E-Mail an regionews@t-online.de. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

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