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Gedenken an Opfer des sowjetischen Speziallagers Jamlitz

Jamlitz  

Gedenken an Opfer des sowjetischen Speziallagers Jamlitz

14.09.2019, 17:09 Uhr | dpa

Vor 74 Jahren wurde in Jamlitz (Landkreis Dahme-Spreewald) ein Speziallager des sowjetischen Geheimdienstes NKWD errichtet, in dem nach dem Krieg tausende Menschen umkamen. Mit einer Gedenkveranstaltung ist am Samstag an die Opfer erinnert worden. Kulturministerin Martina Münch (SPD) sagte in Jamlitz, es sei schwer nachvollziehbar, dass erst Menschen aus Lagern befreit und kurze Zeit später andere Menschen erneut in teilweise dieselben Lager eingesperrt wurden - zum Teil NS-Täter und NS-Belastete, aber in vielen Fällen auch Unschuldige und Minderjährige. "Die Geschichte des Speziallagers Jamlitz ist Teil der Geschichte der alliierten Entnazifizierung, aber zugleich auch eine Geschichte der Unmenschlichkeit und der Verfolgung", sagte die Ministerin.

Der sowjetische Geheimdienst NKWD errichtete ab Mai 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone zehn Speziallager, in denen überwiegend deutsche Zivilisten festgesetzt wurden. Das Speziallager Jamlitz wurde im September 1945 auf dem Gelände des früheren nationalsozialistischen KZ-Außenlagers Lieberose errichtet. Zu den Häftlingen gehörten neben unbelasteten deutschen Zivilisten sowie sowjetischen und polnischen Staatsbürgern auch zahlreiche Funktionsträger der NSDAP und anderer NS-Organisationen.

Bis zu seiner Auflösung im April 1947 wurden in dem Lager mehr als 10 000 Menschen inhaftiert, rund 3400 von ihnen starben an Krankheit, Hunger und Entkräftung.

Nach 1990 entstanden Gedenkorte an den bekannten Orten der Massengräber des Speziallagers. Freiluftausstellungen sowohl zum Speziallager Nr. 6 Jamlitz als auch zum KZ-Außenlager Lieberose sollen über die Geschichte des Lagers informieren. Die Dokumentations- und Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose wird derzeit mit Unterstützung des Kulturministeriums erweitert.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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