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Experte: Zu wenig Beratung für geflüchtete Männer

Schwerin  

Experte: Zu wenig Beratung für geflüchtete Männer

17.09.2019, 03:16 Uhr | dpa

Experte: Zu wenig Beratung für geflüchtete Männer. Flüchtlingsheim

Eine geflüchtete Person geht durch den Flur eines Flüchtlingheims hinunter. Foto: Uwe Zucchi/Archivbild (Quelle: dpa)

Geflüchtete Männer brauchen nach Einschätzung von Experten mehr Sozialarbeit und Beratung. Sie gälten nicht als besonders schutzbedürftige Gruppe, weshalb es auch kein Geld für die Arbeit mit ihnen gebe, sagte Dirk Siebernik von der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen-Männer-Väter. Die Situation von geflüchtete Männern und die damit verbundenen Herausforderungen stehen im Mittelpunkt einer Fachtagung heute (10.00 Uhr) in Schwerin. Daran nimmt auch die Integrationsbeauftragte des Landes, Dagmar Kaselitz, teil. Schirmherrin der Veranstaltung ist Landtagspräsidentin Birgit Hesse.

Geflüchtete Männer seien in Deutschland mit erheblichen Problemen konfrontiert, sagte Siebernik. Neben grundlegenden Aspekten wie Sprache, Arbeit oder Bleibeperspektive sähen viele Männer ihre Rolle infrage gestellt. Was in der Heimat normal war, könne in Deutschland zum Problem werden. So habe ein Vertreter einer syrischen Migrantenorganisation in Schwerin erzählt, dass allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres mehr als 70 syrische Familienväter von ihren Frauen verlassen worden seien.

Die Ursachen für ihr Verlassenwerden sähen diese Männer in der gut ausgebauten Beratungslandschaft für zugewanderte Frauen. Die eigentlichen Ursachen wie Zwangsverheiratungen, Partnerschaftsgewalt oder wirtschaftliche Abhängigkeit könnten oder wollten diese Männer nicht erkennen. Zu berücksichtigen sei überdies, dass auch Männer verletzlich sind, sagte Siebernik. Nicht wenige von ihnen hätten Gewalt, auch sexuelle Gewalt, erlebt.

Das Interesse an der Tagung "Herkunft und Zukunft – Geflüchtete Männer in Mecklenburg-Vorpommern" ist nach Sieberniks Angaben groß. Rund 165 Teilnehmer aus Kommunen, Flüchtlingsinitiativen, Kirchengemeinden, Arbeitsagenturen, Jobcentern und aus der Sozialarbeit haben sich demnach angemeldet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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