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Stiftung: Bayern muss Berufsausbildung attraktiver machen

Gütersloh  

Stiftung: Bayern muss Berufsausbildung attraktiver machen

18.09.2019, 05:11 Uhr | dpa

Stiftung: Bayern muss Berufsausbildung attraktiver machen. Auszubildender

Ein Auszubildender misst in der Ausbildungswerkstatt eines Unternehmens ein Werkstück mit einer Schieblehre aus. Foto: Patrick Seeger/Archiv (Quelle: dpa)

Bayerns Industriebetriebe und Handwerksmeister suchen einer Erhebung der Gütersloher Bertelsmann Stiftung zufolge händeringend nach Auszubildenden. "In keinem Bundesland gibt es so viele unbesetzte Ausbildungsstellen wie in Bayern", heißt es im Ländermonitor berufliche Bildung, den die Bertelsmann Stiftung zusammen mit der Abteilung Wirtschaftspädagogik der Universität Göttingen und dem Soziologischen Forschungsinstitut in Göttingen am Mittwoch für alle 16 Bundesländern vorlegte.

"In Bayern muss es gelingen, die Ausbildungsnachfrage junger Menschen deutlich zu erhöhen", wird die Berufsbildungs-Expertin der Stiftung, Claudia Burkard, zitiert. Dazu gehöre es, die Attraktivität einer Berufsausbildung gegenüber dem Studium zu steigern und bislang unvermittelte junge Menschen in den Ausbildungsmarkt zu integrieren. Zwischen 2009 und 2018 habe sich die Zahl der unbesetzten Ausbildungsstellen im Freistaat von 4803 auf 16 236 erhöht.

Die Staatsregierung in München erklärte am Mittwoch, es gebe bereits geeignete Initiativen, die Berufsausbildung stärker in den Focus zu rücken. "Die berufliche Bildung in Bayern ist ein Türöffner für eine erfolgreiche Zukunft", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).

Eine gemeinsame Initiative von Regierung, Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern setzte auf mehr Betriebspraktika, auch für Abiturienten und Realschüler. Der Begriff "Berufsabitur" solle zu einer Marke werden. "Durch eigenes Tun erkennen junge Leute am besten, dass die duale Berufsausbildung eine sinnvolle Alternative zum Hochschulstudium ist", sagte Frank Hüpers, Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Handwerkstages. "Wir müssen mehr Jugendliche für die berufliche Bildung motivieren und den Wert einer Berufsausbildung stärker hervorheben", sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Bisher bleibt jedoch ein Missverhältnis, das auch die Bundesagentur für Arbeit sieht. Nach vorläufigen Zahlen hatten Ausbildungsbetriebe in ganz Deutschland für das gerade begonnene Ausbildungsjahr 556 000 Lehrstellen angeboten - nur 497 000 junge Leute waren aber auf der Suche. Bayern ist für die Differenz zu großen Teilen mitverantwortlich. Viele junge Leute warteten lieber eine Weile, wenn eine Stelle im Traumjob nicht gleich zu haben sei, als vorschnell bei einem ungeliebten Beruf zuzugreifen, heißt es von der Bundesagentur.

Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung kamen im Jahr 2018 rund 6500 mögliche Ausbildungsverhältnisse nicht zustande, weil so genannte Passungsprobleme im Weg standen - Lehrstelle und Bewerber fanden nicht zueinander. So halten etwa die Betriebe die Bewerber nicht für geeignet oder den Bewerbern gefällt der Betrieb nicht, weil er zu groß, zu klein oder zu weit entfernt ist. "Besonders betroffen sind hier die Verkaufs- und Metallberufe", betonte Claudia Burkard.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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