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Kultusminister Tonne will gestresste Schulleiter entlasten

Celle  

Kultusminister Tonne will gestresste Schulleiter entlasten

18.09.2019, 10:54 Uhr | dpa

Kultusminister Tonne will gestresste Schulleiter entlasten. Grant Hendrik Tonne

Grant Hendrik Tonne (SPD), Kultusminister von Niedersachsen. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv (Quelle: dpa)

Für den Kultusminister gab es zwar eine bunte Torte, doch die alljährliche Herbsttagung der Schulleiter in Celle war erneut kein Zuckerschlecken für Grant Hendrik Tonne (SPD). Auf ihn prasselten am Mittwoch massive Klagen über Überlastung und fehlende Wertschätzung ein. Tonne sagte den Schulleitern schnelle Unterstützung zu, zunächst solle die Unterrichtsbelastung von Grundschulleitern verringert werden. Mangelndes Vertrauen der Behörde, wie es der Verband beklagte, dürfe es nicht geben. "Das ist eine Fehlentwicklung und die gilt es aufzuhalten", sagte Tonne.

Ein Wust von Aufgaben habe die Behörde auf die Schulleiterinnen und Schulleiter übertragen, klagte die Geschäftsführerin des Verbandes, Katharina Badenhop. Außerdem gebe es Gängelei, Misstrauen und Argwohn seitens der Behörde. "Es fehlt eine Anerkennung guter Arbeit." Die Lage treibe etliche Schulleiter in den Burnout.

Administrative Aufgaben müssten wieder von der Landesschulbehörde übernommen werden. "Unsere Arbeitsbedingungen müssen kurzfristig den hohen Anforderungen gerecht werden." Schulleiter hätten die Stundenpläne bereits geschrieben gehabt, als die Behörde Lehrer zur Vertretung an andere Schulen schickte, sagte Vize-Verbandschefin Andrea Kunkel. "Fürsorgepflicht sieht anders aus."

Mit der bunten Torte, die in Celle auch auf die Leinwand hinter dem Rednerpult projiziert wurde, illustrierte der Verband seine Forderung nach einem eigenständigen Berufsbild des Schulleiters mit besserer Qualifizierung und besseren Rahmenbedingungen. Der Kultusminister griff diese Forderung auf. Bis zum Sommer werde ein Berufsbild für Schulleitungen erarbeitet, das die besonderen Herausforderungen hervorheben soll. Im zweiten Halbjahr dieses Schuljahrs sollten 1350 neue Lehrerstellen ausgeschrieben werden. Unter dem Strich könnten dadurch 500 Lehrerinnen und Lehrer mehr eingestellt werden als altersbedingt ausscheiden.

Bei weitem nicht an allen Schulen sei die Lage akzeptabel, räumte Tonne vor den mehr als 300 in Celle zusammengekommenen Schulleitern ein. Insbesondere an Haupt-, Real- und Oberschulen im ländlichen Raum gebe es einen spürbaren Bewerbermangel. Und auch der Ton zwischen Lehrern und Schulbehörde sei nicht immer angemessen, waren sich die Pädagogen und Tonne einig. Einer der Direktoren zitierte in einer Diskussionsrunde aus einer Mail der Schulbehörde, die auch Tonne als "in Wortwahl und Form unpassend" bezeichnete. "Das tut mir leid."

Den größten Applaus erhielt der Kultusminister, als er den Schulen bei ihrem Einsatz gegen Rassismus und Populismus und für Demokratie den Rücken stärkte. "Wir erleben im Moment offene Versuche der Einschüchterung und der Beschneidung der Meinungsfreiheit", sagte Tonne. Schulen, die sich für Menschenrechte und gegen Rassismus einsetzten, würden auf unverschämte Weise angegangen. "Sie haben alles richtig gemacht", sagte Tonne an die Adresse einzelner Schulen. Die Schulen seien ein Bollwerk gegen Demokratieverdrossenheit.

Schon zu Beginn der Schulleitertagung hatte die Vizevorsitzende Kunkel sich bei Tonne für dessen Unterstützung bedankt. "Herr Minister, Sie stärken uns in der Auseinandersetzung mit der AfD ausdrücklich den Rücken. Wir werden diese Unterstützung weiter brauchen und zählen auf Sie." Tonne hatte das von der AfD eingerichtete Meldeportal für Lehrer, die angeblich im Unterricht gegen das Neutralitätsgebot verstoßen, einige Male kritisiert. In Wahrheit wolle die AfD Zensur ausüben - aber das werde man nicht zulassen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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