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Bahn nach Unfall: Immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge

Isenbüttel  

Bahn nach Unfall: Immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge

23.09.2019, 12:57 Uhr | dpa

Bahn nach Unfall: Immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge. Regionalexpress an einem geschlossenen Bahnübergang

Regionalexpress fährt an einem geschlossenen Bahnübergang vorbei. Foto: Patrick Pleul/zb/Archiv (Quelle: dpa)

Nach dem Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Isenbüttel im Kreis Gifhorn schwebt die dreijährige Tochter der bei dem Unglück getöteten Frau nicht mehr in Lebensgefahr. "Nach Auskunft einer nahen Familienangehörigen geht es dem Kind besser", sagte ein Polizeisprecher am Montag.

Die 35 Jahre alte Mutter des Kindes war am Sonntag ums Leben gekommen, als ihr Wagen mit einem Regionalzug des privaten Bahnunternehmens erixx kollidierte. Die Frau starb noch am Unfallort, ihre Tochter wurde schwer verletzt. "Möglicherweise hat die Fahrerin den Zug übersehen", sagte der Polizeisprecher am Montag. Die genaue Unfallursache sei wahrscheinlich nicht mehr zu klären. "Der Lokführer hat noch ein Warnsignal gegeben und eine Gefahrbremsung eingeleitet - ihm ist kein Vorwurf zu machen."

Die Bahn weist nach dem Unfall darauf hin, dass es immer weniger unbeschrankte Bahnübergänge gibt, auch in Niedersachsen. So waren im Jahr 2017 zwischen Harz und Nordsee noch 657 von insgesamt 2081 Bahnübergängen ohne technische Sicherung, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn am Montag mitteilte. Seit 1950 wurde die Gesamtzahl aller Kreuzungen zwischen Schiene und Straße nach Angaben der Bahn mehr als halbiert, etwa durch Brücken oder Unterführungen. Mitte der 1990er Jahre gab es noch 28 000 Bahnübergänge, mehr als die Hälfte unbeschrankt. Ende 2017 waren es noch 16 541 Anlagen, davon nur noch etwa 38 Prozent ohne technische Sicherung, aber mit Andreaskreuz und Hinweisschildern.

Vor einem Jahr starb auf einem Bahnübergang ohne Schranken bei Landesbergen im Kreis Nienburg eine 53-jährige Autofahrerin. Auf demselben Bahnübergang war Ende 2016 der 32 Jahre alte Fahrer eines Mülltransporters ums Leben gekommen. Auch wenn derartige Fälle immer wieder Schlagzeilen machen, ihre Zahl ist nach Angaben der Bahn rückläufig. Im vergangenen Jahr habe es bundesweit 144 Unfälle an den Übergängen der Deutschen Bahn gegeben, 1995 seien es noch 603 gewesen, heißt es bei der Bahn.

"Hauptursachen für die oft folgenschweren Kollisionen sind in erster Linie Leichtsinn, Unaufmerksamkeit oder Unkenntnis der Verkehrsteilnehmer", sagte der Bahnsprecher. "Umfragen haben ergeben, dass immer noch nicht alle sicher sind, wie sie sich verhalten müssen." Abhilfe solle die Kampagne "sicher drüber" schaffen. Die Sicherung hänge unter anderem davon ab, ob es sich um eine Haupt- oder Nebenbahn handelt. Auch die Geschwindigkeit des Zuges und die Stärke des Verkehrs auf der kreuzenden Straße spielten eine Rolle. "Ein Personenzug, der mit Tempo 100 unterwegs ist, braucht fast einen Kilometer, bis er steht", warnte der Sprecher.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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