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Jüdische Bibel war 80 Jahre im Versteck und auf Reisen

Bopfingen  

Jüdische Bibel war 80 Jahre im Versteck und auf Reisen

24.09.2019, 09:00 Uhr | dpa

Jüdische Bibel war 80 Jahre im Versteck und auf Reisen. Prachtausgabe einer Tora

Eine Prachtausgabe einer Tora von 1880 liegt in der Synagoge Oberdorf auf einer Vitrine. Foto: Edith Geuppert/Archivbild (Quelle: dpa)

Die Odyssee eines Buches veranschaulicht in Bopfingen (Ostalbkreis) die Geschichte eines im Holocaust ermordeten Paars. Nach knapp 50 Jahren in einer geheimen Kammer und einer fast 30-jährigen Reise durch Deutschland ist eine jüdische Bibel dort jetzt zum Ausstellungsobjekt geworden.

Der Darmstädter Künstler Gerhard Roese hat sie im Internet ersteigert und dem Trägerverein der Gedenkstätte ehemalige Synagoge Oberdorf geschenkt. Seinen Angaben nach handelt es sich bei der Prachtausgabe einer Tora von 1880 um eine Rarität. Weil es umständlich war, sie auf der Flucht mitzunehmen, ließen verfolgte Juden ihre Exemplare meist zurück.

Das jüdische Ehepaar Ernestine und Eduard Leiter mauerte seine "Heilige Schrift der Israeliten" hinter einer doppelten Wand auf dem Dachboden ein. Beide waren während des Zweiten Weltkriegs in das Bopfinger Haus zwangseingewiesen worden. Mit sieben anderen jüdischen Familien mussten sie auf engstem Raum auskommen, wie die "Schwäbische Post" berichtete. 1942 wurden die Leiters von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert und im Vernichtungslager Treblinka vergast.

Der neue Besitzer des Bopfinger Gebäudes entdeckte die Bibel 1990 bei Renovierungsarbeiten. Dessen Sohn nahm sie an sich - und während seiner Umzüge nach Leipzig, Kassel, Göttingen, Hannover, Rottweil und Pinneberg mit durch ganz Deutschland, bis er sie 2017 auf der Online-Verkaufsplattform Ebay anbot.

Dort erwarb sie Gerhard Roese. In einem Kunstprojekt porträtierte er 50 Menschen beim Betrachten der Bibel, um das kulturelle Gedächtnis der Juden zu würdigen. Einem der Teilnehmer fiel dabei eine Postkarte aus der Bibel in die Hand. Sie war an ihren ehemaligen Besitzer Eduard Leiter adressiert - damit ließen sich Historie und Herkunft des Folianten rekonstruieren.

Der Bopfinger Stadtarchivarin Johanna Fuchs zufolge könnte das Buch eine dreistellige Summe einbringen. "Die Bibel hat aber vor allem einen hohen ideellen Wert", sagte sie.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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