Sie sind hier: Home > Regional >

KZ-Gedenkstätte Buchenwald: Leerer Stollen entdeckt

Weimar  

KZ-Gedenkstätte Buchenwald: Leerer Stollen entdeckt

04.10.2019, 12:46 Uhr | dpa

KZ-Gedenkstätte Buchenwald: Leerer Stollen entdeckt. Grabungen im früheren KZ Buchenwald

Ein Bauzaun steht am Rande des Steinbruchs auf dem Gelände des früheren Konzentrationslagers Buchenwald. Foto: Martin Schutt/zb/dpa (Quelle: dpa)

Bei Grabungen auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ist ein leerer Stollen entdeckt worden. Der unterirdische Hohlraum sei zehn bis 15 Meter lang, jeweils etwa zwei Meter breit und hoch und liege ungefähr zehn Meter unter der Erdoberfläche, teilte die Gedenkstätte am Freitag mit. Zuvor hatte der MDR berichtet. Der Sender hatte die Grabungen angestoßen.

Die Bauweise des Stollens lege die Vermutung nahe, dass er für Luftschutzzwecke angelegt wurde, sagte der Leiter der Gedenkstätte, Volkhard Knigge, der Deutschen Presse-Agentur. "Der Fund zeigt, dass Häftlinge noch in den letzten Momenten der Existenz der Lager für eine völlig sinnlose Form der Zwangsarbeit eingesetzt wurden."

Der Stollen sei ein weiterer Beleg für den Vernichtungswillen der Nationalsozialisten und deren "extreme Rücksichtslosigkeit", so Knigge. In dem Steinbruch mussten während des Nationalsozialismus KZ-Häftlinge unter mörderischen Bedingungen arbeiten.

Laut MDR wurde der Stollen bereits am Mittwoch entdeckt und unter anderen von einer Mitarbeiterin des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie, einem Bergbauexperten sowie einem Experten vom Kampfmittelräumungsdienst betreten.

Hintergrund für die Grabungen sind jahrelange Recherchen eines inzwischen gestorbenen MDR-Journalisten, nach denen gegen Ende des Zweiten Weltkrieges mehrere Stollen im Steinbruch des damaligen Konzentrationslagers bei Weimar angelegt wurden. Zwei solcher Stollen wurden nach der Befreiung des Konzentrationslagers durch die US-Armee bereits 1945 geöffnet und darin befindliches NS-Raubgut geborgen.

In diesem Zusammenhang gibt es seit Jahren Spekulationen über NS-Raubgut, das in weiteren Stollen verborgen sein könnte. Knigge sagte, zu den Aufgaben der Gedenkstätte gehöre es, mit allen Mitteln "die ganze Wahrheit zu Buchenwald ans Licht zu bringen" und den Ort vor Missbrauch und Sensationshascherei zu schützen. "Nun haben wir einen handfesten und belastbaren Befund", sagte Knigge.

Am Montag sollen die Grabungen an einer zweiten Stelle fortgesetzt werden, wo ebenfalls ein Stollen vermutet wird.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal