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Radwege-Gutachten zeigt hohen Finanzbedarf bei Sanierung auf

Rostock  

Radwege-Gutachten zeigt hohen Finanzbedarf bei Sanierung auf

08.10.2019, 06:07 Uhr | dpa

Radwege-Gutachten zeigt hohen Finanzbedarf bei Sanierung auf. Gutachten zu Radwegen in Mecklenburg-Vorpommern

Der Radweg bei Meschendorf ist bei der Ostsee-Sturmflut vom April 2017 teilweise abgestürzt und gesperrt. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Der Sanierungsbedarf auf den Radfernwegen durch Mecklenburg-Vorpommern ist fast 100 Mal höher als die vom Land für 2020/2021 eingeplanten 4 Millionen Euro. Um das rund 2500 Kilometer umfassende Fernwegenetz im Nordosten auszubessern und zu erneuern, seien etwa 348 Millionen Euro nötig. Das sagte Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) am Dienstag in Schwerin. Die Hochrechnung basiere auf einer Begutachtung der Radfernwege auf Usedom.

Topographie und Wegeführung auf der Urlaubsinsel seien exemplarisch für das ganze Land. Deshalb habe sein Ministerium Fachleute aus Erfurt damit beauftragt, die dort von Radfahrern genutzten Wege mit spezieller Messtechnik genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei habe sich herausgestellt, dass die größten Defizite auf den zum Fernwegenetz gehörenden öffentlichen kommunalen Straßen bestehen. "Von den als Finanzbedarf für Usedom ermittelten 10,5 Millionen Euro entfallen 8 Millionen auf Straßen und 2,5 Millionen auf eigentliche Radwege", resümierte Pegel.

Somit seien die von Autos weniger genutzten kommunalen Straßen im Radfernwegenetz mit einem Sanierungsbedarf von schätzungsweise 300 Millionen Euro auch landesweit der größte Kostenfaktor. Für Pflege, Sanierung und Ausbau der reinen Radwege sei ein Bedarf von 12,5 Millionen Euro ermittelt worden. Für Routen auf Wald- und Feldwegen bestehe ein Finanzbedarf von 32,5 Millionen Euro.

Der vielfach mangelhafte Zustand der Radwege hatte Mecklenburg-Vorpommern in der Gunst der Radtouristen zuletzt weit zurückfallen lassen. Die erheblich schlechter gewordenen Umfragewerte alarmierten Tourismuswirtschaft und Landesregierung. Eine gemeinsame Strategie von Land und Kommunen zur Verbesserung des Radwege-Angebots kam bislang aber nicht zustande.

"Den Radtouristen aus Stuttgart interessiert nicht, wer für den Weg zuständig ist, auf dem er gerade durch unser Land rollt. Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass er zufrieden ist. Das Land ist bereit zu helfen", betonte Pegel. Von den im Etat eingeplanten 4 Millionen Euro sollen nach seinen Angaben 3,5 Millionen in die Sanierung des Ostseeküsten-Radweges und des Radfernweges Berlin - Kopenhagen fließen. Eine halbe Million gebe es für die einheitliche Beschilderung. Die Erneuerung der von Radfahrern genutzten Landstraßen sei allerdings Aufgabe von Kreisen und Kommunen. Diese hätten mit der geplanten Investitionspauschale vom kommenden Jahr aber deutlich mehr Geld für solche Projekte zur Verfügung.

Die AfD-Landtagsfraktion zog den per Hochrechnung ermittelten Finanzbedarf in Zweifel. Radwege im ländlichen Raum seien kaum mit denen der Urlaubsmodellregion Usedom vergleichbar, sagte der Abgeordnete Thomas de Jesus Fernandes. Der Beitrag des Landes zum Erhalt des Wegenetzes sei mit 4 Millionen Euro somit nicht mehr als ein Almosen.

Nach Erhebungen des Landestourismusverbandes ist etwa jeder zweite Urlauber im Nordosten mit dem Fahrrad unterwegs. Vize-Geschäftsführer Tobias Woitendorf hatte deshalb vom Land auch höhere Investitionen in Ausbau und Erhalt der Infrastruktur gefordert. Dem hatte sich der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) angeschlossen. Nach Angaben des ADFC-Landesvorsitzenden Horst Krumpen stieg die Zahl der Beschwerden über schlechte Radwege und Lücken im Netz von 2017 zu 2018 um 40 Prozent an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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