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Bei Unfall getötet: Sechs Monate auf Bewährung für Radler

Kassel  

Bei Unfall getötet: Sechs Monate auf Bewährung für Radler

09.10.2019, 14:31 Uhr | dpa

Bei Unfall getötet: Sechs Monate auf Bewährung für Radler. Amtsgericht Kassel

Ein Schild "Amtsgericht Kassel" am Eingang der Justizbehörden. Foto: Swen Pförtner/dpa (Quelle: dpa)

Wegen eines tödlichen Zusammenstoßes mit einer Seniorin ist ein ehemaliger Fahrradkurier am Mittwoch in Kassel zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Er muss zudem seinen Führerschein drei Monate abgeben und 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Das Amtsgericht Kassel sah es als erwiesen an, dass der 27-Jährige vor einem Jahr eine rote Ampel überfuhr. "Das führte zum Zusammenstoß mit den allerschwersten Konsequenzen", sagte der Richter. Eine 82-jährige Fußgängerin starb. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Angeklagt worden war der Student wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs. Zum Prozessbeginn räumte er seine Schuld ein: "Ich weiß, dass ich an dem Tag einen Fehler gemacht habe und in einer Millisekunde eine falsche Entscheidung getroffen habe." Tatsächlich war es eine Reihe von Fehlern: So war der junge Mann, der als Lieferbote jobbte, auf einem Spezialrad für Bahnrennen unterwegs. Laut einem Gutachter war es nicht verkehrssicher - es gab nur eine Vorderradbremse.

Außerdem fuhr er mit hoher Geschwindigkeit. Eine Zeugin schilderte ihren Eindruck damals: "Wow, ist der schnell." Ein Sachverständiger errechnete eine mögliche Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern. Die Seniorin hatte der 27-Jährige nicht wahrgenommen: Sie überquerte gerade die Straße und wurde durch die Wucht des Zusammenstoßes auf die Fahrbahn geschleudert. Sie erlitt schwerste Verletzungen im Gesicht, am Brustkorb und an der Halswirbelsäule und starb eine Woche später in der Klinik.

Die Staatsanwältin forderte eine leicht höhere Strafe für den 27-Jährigen. Die Familie des Opfers eine viel höhere. Doch am Ende kam dem Studenten seine Reue zugute. Allerdings werde er sich noch in einem Zivilverfahren Schadenersatzansprüchen stellen und "noch viel Geld und Arbeit investieren müssen, um seine Schulden abzutragen", sagte sein Anwalt. Denn über seinen damaligen Auftraggeber war er nicht versichert. Er sei selbstständig tätig gewesen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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