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Landesrabbiner dringt auf mehr Schutz und Aufklärung

Potsdam  

Landesrabbiner dringt auf mehr Schutz und Aufklärung

10.10.2019, 11:37 Uhr | dpa

Landesrabbiner dringt auf mehr Schutz und Aufklärung. Brandenburgs Landesrabbiner Nachum Presman

Rabbiner Nachum Presman hält einen größeren Schutz jüdischer Einrichtungen für notwendig. F. Foto: Jörg Carstensen/dpa (Quelle: dpa)

Der Brandenburger Landesrabbiner Nachum Presman hält nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle/Saale einen größeren Schutz jüdischer Einrichtungen für notwendig. "Es muss mehr geschehen", sagte Presman am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Potsdam sei zwar aus seiner Sicht eine sehr tolerante Stadt. Er betonte aber: "Man kann nicht sagen, bei uns wird es nicht passieren." Er sei traurig über die tödlichen Schüsse. "Das ist eine große, große Schande für Deutschland, dass solche Sachen noch passieren." Nötig sei mehr Vermittlung von Wissen in Schulen über den Holocaust, sagte Presman. "Das ist die einzige Möglichkeit, gegen solche Sachen zu kämpfen." Presman ist seit 23 Jahren in Potsdam.

Ein schwerbewaffneter mutmaßlicher Rechtsextremist hatte am Mittwoch versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen. Nachdem der Versuch scheiterte, soll er vor der Synagoge und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen haben. Die Polizei in Brandenburg verstärkte danach ihre Präsenz vor jüdischen Einrichtungen. Jüdische Gemeinden gibt es in Brandenburg/Havel, Cottbus, Frankfurt (Oder), Königs Wusterhausen, Potsdam, im Kreis Barnim und im Kreis Oberhavel.

Die Brandenburger Polizei stimmt sich für die Verstärkung der Präsenz eng mit den jüdischen Gemeinden ab. Man sei mit ihnen in Kontakt, um die Sicherheitsbedürfnisse zu klären, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg. Es gehe um Gebetshäuser, Büros, Friedhöfe, Gedenksteine und Gedenktafeln. "Diese Orte unterziehen wir nochmal einer Bewertung." Der Sprecher betonte: "Das haben wir sehr intensiv auf dem Schirm." Als Beispiel für eine verstärkte Präsenz nannte er eine Fußstreife während einer Veranstaltung, bei der der Rhythmus des Einsatzes intensiviert oder die durch eine feste Streife ersetzt werde.

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke rief dazu auf, "Haltung zu zeigen, politisch aufzuklären und zu bilden". Denn: "Der Hass auf Andersdenkende, Andersgläubige oder Andersaussehende ist in unserer Gesellschaft tief verwurzelt", erklärte sie.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) appellierte ebenfalls an die Bürger: "Wir sind aufgefordert, gegen Antisemitismus klare Kante zu zeigen - immer und überall, und alles zu tun, dass in Brandenburg jüdisches Leben ungestört und ohne Angst stattfinden kann", sagte Woidke. "Dass jüdische Einrichtungen in Brandenburg besonders geschützt werden, das ist gestern unverzüglich passiert."

Die Tat in Halle werde Auswirkungen auf die Koalitionsverhandlungen von SPD, CDU und Grünen in Brandenburg haben, sagte Woidke. "Wir werden diesen Punkt nicht außer acht lassen, sondern wir werden alles dafür tun, dass jüdisches Leben, das zu Deutschland gehört, das zu Brandenburg gehört, hier ungehindert stattfinden kann." An diesem Samstag ist die Innenpolitik Thema der großen Verhandlungsrunde.

Grünen-Fraktionschefin Ursula Nonnemacher sagte: "Der Kampf gegen den Rechtsextremismus in allen seinen Ausprägungen, der muss uns am Herzen liegen." Dass Hemmschwellen immer weiter gesenkt würden, bereite solchen Anschlägen einen Boden.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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