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Statt Spargel nun Gänsebraten: Keine Ruhe auf den Höfen

Wustermark  

Statt Spargel nun Gänsebraten: Keine Ruhe auf den Höfen

14.10.2019, 05:19 Uhr | dpa

Statt Spargel nun Gänsebraten: Keine Ruhe auf den Höfen. Spargelhof Klaistow

Riesige Zucchini liegen auf einem Tisch hinter dem der MGV Germania 1885 spielt. Foto: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa (Quelle: dpa)

Die Brandenburger Spargel- und Erdbeerhöfe sind auch in der kalten Jahreszeit beliebte Ausflugsziele. Statt des Verkaufs von frischem Gemüse oder Obst locken vielerorts Veranstaltungen in den angeschlossenen Restaurants. "Erst zum Jahresende zieht dann wirklich Ruhe ein", sagte Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, auf Anfrage. Wildgerichte, Schlachteplatten oder Martinsgänse: vor den Toren Berlins locken Agrarbetriebe auch in der dunklen Jahreszeit Gäste an.

Gastronomie und Hofläden seien mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle für die Betriebe, sagte Jakobs. Etwa 25 Prozent des Gesamtumsatzes werde dadurch erzielt. 20 Prozent würden allein durch die Hauptsaison von April bis Juni in die Kassen fließen. Die meisten Betriebe bauten sich diese Standbeine im Laufe der Jahre auf und aus, sagte Jakobs.

"Bei uns ist aber Silvester wirklich Schluss. Dann ist Feierabend für dieses Jahr", sagte Ernst-August Winkelmann vom Betrieb Buschmann und Winkelmann in Klaistow (Potsdam-Mittelmark). In den 1990-er Jahren habe man mit den Kulturen Spargel und Erdbeeren begonnen, später seien Heidelbeersträucher gesetzt worden. "Im Herbst sind Kürbisse die Attraktion", sagte er. Zu den traditionellen Wiegemeisterschaften sei der Hof in Klaistow immer voll.

Seit 2017 hat der Betrieb nach den Angaben auch eine eigene Freiland-Gänseaufzucht. Die Tiere werden dann im Hofrestaurant zubereitet und landen auf den Tischen. Vor zehn Jahren sei an das alles nicht zu denken gewesen, betonte Winkelmann. Nach und nach sei das Angebot angesichts des großen Interesses der Gäste gewachsen.

Mitarbeiter, dies sonst nur während der Saison beschäftigt waren, haben nun länger Arbeit. In seinem Betrieb waren zehn Jahren bis zum Jahreswechsel nur zwei Mitarbeiter im Sekretariat tätig, sagte Jakobs. Mittlerweile seien es 30.

Aus reinen Agrarbetrieben entwickeln sich zunehmend Erlebnishöfe. Vor den Toren Berlins in Elstal lockt Karls Erdbeerhof mit vielen Events ohne Pause das ganze Jahr über. Mehr als eine Million Besucher werden bis Jahresende erwartet, sagte Geschäftsführer Robert Dahl. "Wir haben uns langsam an dieses Zahl herangetastet. Mit diesem Zuspruch hatten wir anfangs nicht gerechnet."

Das Unternehmen mit Sitz in Rövershagen (Mecklenburg-Vorpommern) bietet in der Saison Erdbeeren von dort an, aber auch märkischen Spargel. Für die Besucher stehen Restaurants bereit, gibt es Marktstände und Spielplätze. Ein Feriendorf mit Hotel und Ferienhäusern sind geplant. Dahl sieht den Markt dafür.

Auf dem Syringhof in Beelitz endet am 3. November offiziell die gastronomische Saison. "24 Stunden ist dann aber unser "Regioautomat" offen", sagte Geschäftsführer Thomas Syring. Eier, Honig, Pesto oder Kürbisse könnten dann gekauft werden - bis es dann im Frühjahr wieder Spargel aus dem Betrieb gebe.

Zumindest für die Spargelpflanzen ist jetzt Ruhe angesagt. Beim ersten Frost wird das zum Teil noch grüne Spargelkraut braun. Später wird es in die Dämme eingearbeitet.

In Brandenburg kultivieren knapp 100 Betriebe auf rund 4900 Hektar das Edelgemüse. Rund 1700 Hektar gehören davon zum Beelitzer Gebiet.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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