Sie sind hier: Home > Regional >

30 Jahre nach Tod von Jungen: Prozess gegen Sekten-Chefin

Hanau  

30 Jahre nach Tod von Jungen: Prozess gegen Sekten-Chefin

19.10.2019, 08:11 Uhr | dpa

30 Jahre nach Tod von Jungen: Prozess gegen Sekten-Chefin. Landgericht Hanau

Ein Schild mit dem Landeswappen ist am Gebäude des Land- und Amtsgerichtes befestigt. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa (Quelle: dpa)

Nach dem rätselhaften Tod eines kleinen Jungen in einer Sekte beschäftigt der Fall nun mehr als 30 Jahre danach das Landgericht Hanau. Wegen Mordes angeklagt ist eine nun 72-jährige Frau, die als Anführerin der Gruppe gilt. Sie soll den Vierjährigen, der in ihrer Obhut gestanden haben soll, am 17. August 1988 in einem über dem Kopf zusammengebundenen Leinensack eingeschnürt und im Badezimmer ihres Wohnhauses abgelegt haben. Die Angeklagte soll den Jungen als "von den Dunklen besessen" angesehen und deshalb beschlossen haben, ihn zu töten, wie das Landgericht mitteilte. Der Prozess beginnt am Dienstag (22. Oktober, 9.00 Uhr).

Nach Angaben des Gerichts soll der Junge panisch geworden und laut um Hilfe geschrieben haben. Doch die Angeklagte habe ihn an dem heißen Sommertag gefangen in dem Sack einfach seinem Schicksal überlassen. Der Junge starb nach einem "erbitterten Todeskampf", wie das Gericht mitteilte. Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Grausamkeit erfüllt. Zudem habe die Frau aus niedrigen Beweggründen gehandelt. Neu aufgerollt wurde der Fall im Frühjahr 2015 durch neue Aussagen von ehemaligen Mitgliedern der Sekte.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass der Junge an Erbrochenem erstickt war und sahen keine Fremdeinwirkung. Wie er ums Leben kam, soll die Beweisaufnahme klären, wie ein Gerichtssprecher sagte. Als wahrscheinlichste Todesursache gilt, dass der Junge erstickte. Der Rechtsanwalt der Angeklagten hatte den Mordvorwurf stets bestritten.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail


shopping-portal